der Wirth gefragt. Sie einen für
hatte Können
„Wie theuer?“ „Bequem, elegant. kommen?“
„Auch ſchon für vierhundert
fünfhundert Tha⸗ ler be Thaler.“
„Wie Sie wollen. Um Mittag muß er hier ſein. Ich reiſe nach Mittag ab.“
Der Wirth hatte ihm einen Wagen für vierhundert Thaler gekauft. Der Fremde hatte das Geld ſofort bezahlt, den Wagen
ſich kaum angeſehen. Beide Reiſende hatten auch am Vormittage das Zimmer nicht verlaſſen. Die Frau hatte nicht mehr ſo wohl ausgeſehen; ſie war offenbar leidend geweſen und hatte meiſt auf
dem Sopha gelegen. Der Herr hatte in Zeitungen geleſen, oder war im Zimmer auf⸗ und abgegangen. Am ſpäten Nachmittage, als es ſchon angefangen hatte zu
dunkeln, hatte er vier Extrapoſtpferde zur Weiterreiſe beſtellen laſſen. Gleich nach Ankunft der Pferde war er mit der Frau abgereiſt. damals, wie er ſich nur wenig hatte ſehen laſſen, hatte er getragen, daß man ſeine Geſichtszüge nicht unterſcheiden
Bei ſeiner Ankunft in dem Gaſthofe war es bereits dunkel geweſen. Am anderen Tage war die Frau ſchon leidend; in dem Zimmer hatten daher vor den Fenſtern die Rouleaux müſſen heruntergelaſſen werden, ſo daß nur ein ſehr mattes Helldunkel
Schon Sorge konnte.
herrſchte. Beim Abfahren hatten Pelz und Pelzmütze ihn ein⸗ gehüllt. So hatte der Mörder planmäßig ſein Verbrechen vor⸗ bereitet.
Auf der nächſten Station hatte er ſich gar nicht ſehen laſſen. In der Buchhauſer Linde hatte kein Menſch ſein Geſicht deſehene Auch die Nachforſchungen auf der anderen Seite der Linde führte gerade nur bis zu der zweiten Station. Sie war das e Städtchen jenſeits der Landesgrenze. Der Fremde hatte ſich dort zugleich als einen Sonderling gezeigt. Der Poſtillon hatte ihn an dem Wirthshauſe des Städtchens vorfahren müſſen. Er war ausgeſtiegen und in das Haus gegangen.
„Herr Wirth, Pferd kaufen?“
Bilder
kann ich hier einen einſpännigen Wagen mit brechens
aus dem
Von Bre
5. Unter dem Waſſerfall.
Die Zeiten der paradieſiſchen Unſchuld ſind auch für die Thier⸗ welt längſt vorüber. Zuſtände, wie ſie uns noch heutigen Ta ges beliebten Schöpfungsbilder vor Augen führen, ſind gegenwärtig nnoliah Es giebt unter den Thieren weit weniger Verträgliche, als wir glauben. Davon überzeugt man ſich, wenn man die frei lebenden beobachtet, noch viel eher aber, wenn man es tagtäglich mit einer ſo bunten Geſellſchaft zu, thun hat, wie ich, und jeden Einzelnen derſelben nach und nach kennen lernt, mit allen ſeinen Arten und Uuarten.
Es verſteht ſich ganz alle Naubthiere, groß und ten werden; es macht ſich Anzahl von Thieren und haumloſe zu halten geneigt iſt, Wohl oder übel muß in jedem werden für die Störenfriede in tung. Solcher zählt nicht nur jede dern ſogar jede Familie. Es giebt unter ſüchtige Weſen, wie unter den Menſchen, ſchied zwiſchen dieſen und jenen beruht höchſtens darin, daß bei den Bögeln die Zänkereien ſehr raſch in Thätlichkeiten überzugehen pflegen, während es bei zänkiſchen Menſchen glücklicherweiſe gewöhn⸗ lich beim Wortgefechte bleibt.
die
ſelbſt, klein, in ahgeſonderten aber auch nothwendig, daß eine große namentlich von Vögeln, welche man für von den übrigen getrennt werden. Thiergarten ein Gehege errichtet des Wortes eigentlichſter Bedeu Ordnung dieſer Claſſe, ſon⸗ den Vögeln ebenſo zank und der einzige Unter
von daß in einem Thiergarten
Räumen gehal⸗
Man ſollte meinen, daß ein euſie Teich mit ſtillen, umbuſch ten Inſeln und aummthigen Ufergeländen, welcher fortwährend i mit hinreichender Nahrung verſorgt wird, ein wahres Paradies ſein
müſſe für alle Vögel, welche gewohnt ſind, in und am Waſſer zu leben. Und dech iſt dies nicht der Fall. So ſehr auch für alle Bedin efniſſe Sorge getragen wird, ſo unbeſchränkt die Auſprüche ines jeden Einzelnen der Bei nerſch haft berückſichtigt werden: der Aefel des Paradieſes ſehlt au tht uud rregt ſündige Gelüſte.
„O ja. 44
„Auch vertauſchen gegen meinen Wagen dort?“
Der Wirth hatte ſich neugierig den neuen eleganten Reiſe⸗ wagen und dann verwundert den Reiſenden angeſehen. Von dieſem ſah er nur nicht viel; der Fremde hatte Pelz und Pelzmütze nicht abgelegt.
„Ich denke,
„Beſorgen Sie
Der Wirth machte
hatte er geantwortet.
das Geſchäft.“
das Geſchäft ſelbſt und einen vortheil⸗ haften Handel. Der Einſpänner wurde ſofort angeſpannt; die Koffer wurden hinaufgebracht; der Fremde ſetzte ſich ein, nahm ſelbſt die Zügel des Pferdes und fuhr davon. Jenſeits der Stadt hatten ihn noch ein paar Menſchen auf der Landſtraße fahren ſehen. Dann war ſeine Spur verloren; nicht er, nicht Wagen, nicht Pferd waren wiedergeſehen.
Bormann aus Hamburg hatte er ſich genannt, in dem Gaſt⸗ hofe der Provinzialſtadt, auf den Poſtſtationen. Die Behörden wandten ſich nach Hamburg. Man wußte dort nichts von einem Herrn Bormann, auf den in irgend einer Weiſe Perſönlichkeit und Verhältniſſe des Mörders haſſen konnten. Die wiederholten ſorg⸗ fältigſten Unterſuchungen der wenigen Kleidungsſtücke der Ge⸗ mordeten gaben ebenfalls niüſt die mindeſte Auskunft weiter, nicht über ſie ſelbſt, nicht über den Verbrecher. Jener eingezeichnete Buchſtabe B. war Alles, was man ſand. Das Geſicht der Un⸗ glücklichen war im Tode immer ſchöner geworden. Beamte und Aerzte erſtaunten über die Regelmäßigkeit, Feinheit und Anmuth der jugendlichen Züge. Aber die Todte hatte keine Antwort auf
die Frage: Wer biſt Du Arme, Betrogene, ſo jung dahin Ge⸗ mordete? Wo iſt Deine Heimath?
Auch die Lebenden hatten ſie nicht. Alle weiteren Nach⸗ forſchungen blieben vergebens. Von dem Geſicht der Ermordeten
ſie konule möglicher Weiſe in *Entdeckung eines Vere⸗
wurde eine Todtenmaske genommen; ſpäterer Zeit Dienſte leiſten, denn auf die darf man niemals verzichten.
(Fortſetzung folgt.)
Thiergarten.
hm.
Welcher von unſern deutſchen Vogelkundigen ſollte wohl glau⸗ ben, daß ein Pelikan, den die Natur von Haus aus zum Fiſcher⸗ geſtempelt und gleich mit einem prächtigen Hamen zum Gewerbe verſehen hat, daß ein Pelikan, ſage ich, Gelüſte haben lönnte, welche man faſt widernatürliche nennen möchte, daß er, auſtatt hübſch bei den Fiſchen zu bleiben, ſich an ſeiner Mitbürger Kinder⸗
vergreift und dieſe in ſeinen weiten Schlund hinabwürgt? 4 ſo llte es dem tiefſinnig erſcheinenden Reiher wohl anſehen, daß e
in böswilliger Weiſe dem Sperber in ſeiſe Gerbſinne viuſch und anſtatt nach Fiſchen oder Fröſchen lach Sperlingen zielt? Und doch habe ich Beides zu meinem nicht geringen Erſtaunen er⸗ fahren und den Einen wie den Andern aus dem Teichparadieje verdannen müſſen! Wenige Tage, bevor gedachter Pelikan zwei
junge Gänſe verſchlang, hatte mir ein kundiger Freund erzählt, die Scharben beim Schwalbenfang beobachtet, und ich hatte
daß er das kaum glauben wollen. Aber der Freund hatte Recht, denn auch die Scharben, welche ihrer Herrſchſucht halber ſchon früher
ausgewieſen werden mußten, zeigten mir, wie weit ſich ein Thier von den ihin urſprüngli vorgezeichneten Bahnen“ entfernen kann. Daß Störche, Möven und Gänſe auch nicht umſonſt in der Snafenſat untergebracht wurden, brauche ich wohl kaum zu verſichern. Die Erſteren trieben es wie die Reiher, ven fielen ſogar über alte Enten her, und die Gänſe benahmen ſich, als ob ſie lebhaft bedauerten, nicht auch mit gleichen? Waſſen, wie Reiher und Möven, verſehen zu ſein: ſie würden ſonſt die von ihnen beſtändig verfolgten Mitbewohner ihres Phas wa hrſehein⸗ lich auch gefreſſen haben. 85
Solche und mehrere andere Erfahrungen welche mich beſtimmt haben, in dem kleinen Teich unter dem Wa ſerfalle eine Genoſſenſchaft zu biſden, welche, ſo verſchieden ſie ter ſich auch ſein mag, doch in dem Einen ſich gleich, daß
ind es Zeweſen,,
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