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heraus, deſſen breite Klinge er lüftete, um ſich zu überzeugen, daß ſie nicht eingeroſtet war. Beide Waffen ſteckte er dann in die nach ſüdländiſcher Sitte unter der Schnalle ſeiner Beinkleider ver⸗ borgen angebrachten Taſchen, ſchob den Koffer an ſeinen Platz zu⸗ rück und ſchwang ſich vermittelſt einer tief herunterragenden Baum wurzel an das Land. Behutſam näherte er ſich dem Feuer und nahm auf einem abgeſtorbenen Baumſtamme Platz, von wo er auf den ruhig fortſchlummernden Werner die Blicke eines Raubthiers warf, das eben im Begriff iſt, auf ſeine Beute zu ſpringen.
Seinen Revolver hervorziehend, unterſuchte er genau, ob auch die Zündhütchen feſt auf ihrem Piſton ſäßen, und richtete dann mechaniſch die Mündung der Waffe nach dem Kopfe des Schlafenden.
„Nicht doch,“ ſagte er in leiſem Selbſtgeſpräch, die Waffe wieder einſteckend;„weiß ich doch bis jetzt noch nicht, wo das Silber eigentlich liegt, da ich trotz aller Fragen, die ich gethan, kein klares Bild von der Localität beſitze; die Bergkette, welche mir Werner geſtern vom See aus zeigte, ſcheint eine bedeutende Ausdehnung zu haben. Da könnte ich Wochen lang ſuchen und am Ende doch nichts finden. Nein, da warte ich lieber, bis mich der Dutchman an Ort und Stelle bringt; dann iſt es ja noch Zeit genug, ihn kalt zu machen.“ Unter ſolchen Betxachtungen ſchlief Jones ein, denn die Na⸗ wollte auch bei ihm ihr Recht behaupten, und die Ruhe bei⸗ Männer wurde nicht eher geſtört, als bis das helle Geſchrei der Möven und Seeraben, welche die aufgehende Sonne begrüß⸗ ten, in ihre Ohren drang. Eine Viertelſtunde ſpäter, nachdem ſie gefrühſtückt hatten, waren ſie unterwegs und drangen, weil es heller Tag war, ohne große Schwierigkeiten bis zu dem Berg⸗ rücken vor, der die Inſel durchzog. Hier am Saume des Wal des wußte ſich Werner ziemlich genau zu orientiren, nachdem er die oben beſchriebene Schlucht gefunden hatte. Durch dieſe ſtiegen ſie zum Plateau hinauf, über welches ſie in weſtlicher Richtung fortſchritten, bis der hohe, abgeſtorbene Baum ihnen zu Geſicht kam, deſſen nächtlicher Schatten wie ein Zeiger auf die Mündung der Mine wies. Trotz des mangelnden Mondſcheins war es leicht, dieſelbe zu finden, denn der umſichtige Deutſche hatte ſie durch drei große Steine markirt, welche in Form eines Dreiecks die Oeffnung umgaben. Nachdem ſie eine Fackel. angezündet und das abſichtlich aufgeſchüttete Geröll weggeräumt hatten, ſtiegen ſie in die Tiefe, und der gierige Jones brach in einen Schrei des Er⸗ ſtaunens aus, als er die längſt begehrten Schätze mit eigenen Augen ſah. Sie brachen nun mit Hammer und Pickaxt ſo viel von dem edlen Geſteine los, wie die Zeit und ihre Kräfte erlaub⸗ ten, und ruhten nicht eher, als bis ſie vor der Mündung der Mine ein bedeutendes Quantum des reichen Erzes aufgehäuft hat ten. Dieſes betrachtend, ſagte Werner, der von der Arbeit er⸗ ſchöpft ſich auf dem felſigen Grunde niedergelaſſen hatte, zu dem Amerikaner, welcher die ſchwerſten und werthvollſten Stücke in ſei⸗ nen Händen wog:„Nicht wahr, Jones, da drunten im Schachte iſt genug für uns Beide, und wenn wir das Alles in blanke Dollars umgemünzt haben werden, dann tauſchen wir mit keinem Wallſtreet⸗Banquier?“
„Ei ja, wenn wir erſt ſoweit ſind, dann können wir den Teufel tanzen laſſen,“ erwiderte der Yankee, indem er dem D
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Deut⸗ ſchen einen falſchen, lauernden Blick zuwarf. Dann fuhr er fort: „Ich ſehe aus dem Stande der Sonne, daß es Zeit iſt, wie⸗ der nach dem Lager zurückzukehren, wenn uns nicht die Nacht in dem unwegſamen Walde überraſchen ſoll. Unſere Werkzeuge kön⸗ nen wir hier laſſen, von dem Silber jedoch wollen wir ſoviel mit⸗ ſchleppen, wie wir können, der Reſt iſt hier ſicher genug.“
Werner gab ſeine Beiſtimmung und beide Männer füllten ihre Säcke mit ſo viel Erz, als ſie möglicherweiſe tragen konnten, worauf ſie den mühſamen Weg nach der Küſte antraten. Still⸗ ſchweigend ſchritten ſie über das von den Strahlen der ſinkenden Sonne beleuchtete Plateau und von da die dunkele Schlucht hin⸗ unter, Jeder unter ſeiner Laſt keuchend, bis ſie den Saum des Waldes erreichten. Hier ſetzte ſich der durch den beſchwerlichen Marſch angegriffene Deutſche auf einen umgeſtürzten Baumſtamm nieder, ließ ſeinen Sack auf die Erde gleiten und erklärte, einen Angenblick ausruhen zu müſſen. Jones folgte ſeinem Beiſpiel und nahm, mit dem Geſichte nach der Schlucht gewandt, auf einem mnoosbewachſenen Felsblock Platz. So ſaßen ſie einige Minuten,
und nichts ſtörte ihre Ruhe, als Werner, der in dem Anblick der
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ſchönen Natur vertieft war und auf das melodiſche Rufen eines Whippoorwill horchte, durch einen plötzlichen, unterdrückten Ausruf des Amerikaners aus ſeinen Träumereien geriſſen wurde.
„Was iſt? Sehen Sie Etwas?“ fragte der Deutſche Jones, welcher unverwandt nach einem kleinen Gebüſch blickte, das ſich längs des Baches, der die tiefe Schlucht durchfloß, in einer Entfernung von ein paar hundert Schritten erſtreckte.
„Verdammt will ich ſein,“ flüſterte der Yankee,„wenn dort in dem Buſche keine Rothhäute ſtecken. Schauen Sie aus, ob Sie nicht hinter dem Stamme der weißen Birke dort eine dunkle Geſtalt entdecken können. Sehen Sie, es regt ſich ſchon wieder!“
Werner, welcher anfänglich bei dieſen Worten erſchrocken war, faßte ſich doch gleich wieder, da er keinen Zweifel hegte, daß, wenn wirklich Indianer in dem Dickicht ſteckten, es nur Tawanka mit ſeinen Leuten ſein könne. Den Häuptling fürchtete er nicht, da dieſer ihm, wie er dachte, höchſtens Vorwürfe über ſeine Wort⸗ brüchigkeit machen konnte; deshalb trat er dreiſt aus dem Schatten der Bäume hervor und blickte, indem er mit der Hand ſeine Augen vor den Strahlen der untergehenden Sonne ſchützte, angeſtrengt nach der von dem Amerikaner bezeichneten Richtung hin, obgleich er nichts Verdächtiges wahrnehmen konnte..
Dieſen Moment und den Umſtand, daß der argloſe Deutſche ihm den Rücken zuwandte, benutzte der tückiſche Hankee. Den Re⸗ volver vorſichtig unter dem Rockſchooße hervorziehend, ſchlich er ſich leiſe heran und feuerte in raſcher Reihenfolge zwei Schüſſe in Werner's Rücken, dicht unter dem linken Schulterblatt, ſo daß dieſer, im Herzen getroffen, einen wilden Schrei ausſtieß und, einen Augenblick mit den Händen in der Luft fechtend, todt zu⸗ ſammenſank.
Mit einem teufliſchen Lächeln auf den Lippen zog dann Jo⸗ nes ſein Bowiemeſſer hervor und ſcalpirte ziemlich ungeſchickt die Leiche des Mannes, der ihm eben noch blindes Vertrauen geſchenkt hatte. Seine ſataniſche Liſt war ihm gelungen, denn von In⸗ dianern war auf der Inſel keine Spur vorhanden, und der arg⸗ liſtige Hankee hatte jenen Ausruf nur gethan, um ſein Opfer be⸗ quem von hinten zu ſchlachten. Jetzt wollte er auch, falls die Leiche jemals gefunden würde, um jeden Verdacht von ſich abzu⸗ wenden, durch den Umſtand des Scalpirens dieſen auf die Roth⸗ häute lenken, ein Stratagem, das in dieſen geſetzloſen Gegenden ſehr häufig von herumſchweifendem Raubgeſindel angewandt wird. Um ganz ſicher zu gehen, ſchleppte der Mörder noch ſein blutiges Opfer in den Wald hinein, wo er es unter einem rieſi⸗ gen, geſtürzten Baume verſteckte und alle Spuren durch aufge⸗ häufte trockene Zweige zu vertilgen ſuchte. Dann kehrte er zu dem Platze, wo der Mord geſchehen, zurück, belud ſich außer ſei⸗ ner noch mit Werner's Bürde und trug, da er ein außergewöhn⸗ lich ſtarker Mann war, beide Säcke glücklich auf dem unwegſamen Pfade nach der Lagerſtätte zurück, wo er das Feuer wieder an⸗ machte und, ohne Gewiſſensbiſſe zu fühlen, von den Anſtrengungen des Tages ermattet, ſich dem Schlafe überließ.
Kurze Zeit nach dieſem entſetzlichen Vorfalle traf Tawanka mit einigen ſeiker Stammgenoſſen in Ontonagon ein. Die Be⸗ hörden von Ober⸗Canada, welche in der Regel den armen ver⸗ folgten Indianern gern eine Freiſtätte gewähren, wenn ſie über überflüſſige Ländereien zu disponiren haben, waren auch in dieſem Falle ſo freundlich geweſen, den vertriebenen Odſchibbewas einen Wohnſitz auf der britiſchen Seite des Sees einzuräumen, und der Häuptling, der einſtweilen die Seinigen verſorgt wußte, war jetzt auf einem großen Mackinawboote herübergekommen, um ſeinen deutſchen Freund nach der Silberinſel zu bringen, wo dieſer dann mit Hülfe der Rothhäute ſo viel des edlen Metalles zuſammen⸗ bringen ſollte, wie das Fahrzeug tragen konnte. Wie groß war aber das Erſtaunen Tawanka's, als er ſchon in Ontonagon von einem halbblütigen Canadier erfuhr, daß der deutſche Bergmann bereits vor einiger Zeit in Begleitung eines Yankees auf einem Dampfer nach dem Weſtende des Sees gefahren ſei und daß man ſeit jener Zeit Nichts mehr über ihn vernommen habe. In Folge
Diggings, um dort bei den Beamten der Compagnie Näheres zu erfahren. Die Nachforſchungen, welche er dort anſtellte, ergaben auch Nichts weiter, als daß Werner ſeine Stellung aufgegeben
dieſer Nachricht begab ſich der Häuptling ſofort nach den Toltec⸗
habe und dann in Begleitung eines Mannes, Namens Jones,
deſſen Perſönlichkeit man ihm beſchrieb, abgereiſt ſei, um neut Mineralländereien am Weſtende des Sees zu entdecken. Betrük
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