„Ich habe einige wiederkehren ſehen,“ ſagte jene alte Frau, die in dem Winkel der Treppe zuſammengekauert ſaß, um ſich vor den kalten Stößen des Miſtral zu ſchützen,„ſie ſind noch in Marſeille; aber die meiſten ſind wohl in Cayenne geſtorben.“ Und doch waren ſie noch die Glücklichſten in dieſem fürchterlichen Schloſſe, welches da unter meinen Füßen lag! Und nun ſchien es mir, als wenn alle Erinnerungen aus den Kerkern ſich mir vor den Augen der Seele verkörperten; die Geſtalten Monte⸗
ſich an dem ſchönen Schauſpiel einer Löwin mit ihren vier
Wenn jetzt die Beſucher des Dresdener zoologiſchen Gartens 1' — prächtig gedeihenden Jungen erfreuen, ſo denkt vielleicht Mancher
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zurück an den jungen Löwen, der im vorigen Jahre unter ſehr anderen Verhältniſſen ſeine kurze Lebenszeit dort verbrachte. Denn wenn auch die jetzigen jungen Löwen des Gartens durch ihre Zahl, ihr munteres Weſen und durch das Zuſammenleben mit ihrer Mutter dem Beſchauer die größte Freude verurſachen, ſo vereinigte ſich hinwiederum bei jenem Thiere Alles, um ihm eine viel größere Theilnahme zuzuwenden.
Die Eltern des Thieres waren die erſten Löwen, die nach dem Garten kamen, und aus einer Sammluag afrikaniſcher Thiere,
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Nach der Natur gezeichnet von H. L.
Chriſto's, der eiſernen Maske, des Abbé Faria ſtiegen vor mir auf; die weißen Steine ſchienen wie in Blut getaucht; eilig ſtürzte ich, an der alten Frau vorüber, die enge Wendeltreppe hinab, über den ſchmalen Hof und über die gebrechliche Brücke. Ich athmete erſt wieder auf, als ich das ſchreckliche Schloß aus dem Geſicht verloren hatte und mein leichtes Boot vor dem Winde pfeilſchnell nach dem heitern und fröhlichen Marſeille zurückflog. Guſtav Raſch.
Eine naturgeſchichtliche Erinnerung.
welche der Thierhändler Caſanova direct aus Afrika gebracht hatte, ausgewählt worden. Die erſten Jungen, welche die Löwin dieſes Paares in Dresden warf, ſtarben leider an den Mißhandlungen
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Die junge Löwin und ihre Pflegemutter.
Leutemann.
ihrer Eltern, und auch bei dem zweiten Wurfe(Januar 1864) gelang es nur durch ſofortiges Wegnehmen des überlebenden letz⸗ ten Jungen, daſſelbe zu retten, da ihm die alte Löwin bereits die Schwanzſpitze abgebiſſen und eine Wunde in der Seite beigebracht hatte. Die Aufgabe war jetzt, den jungen Löwen ohne Mutter⸗ milch aufzuziehen; aber obgleich man ſchon anderswo junge Schweinchen, denen die Alte geſtorben war, mit der Milchflaſche aufgezogen hat, ſo verzichtete man hier darauf und es galt daher
eine ſäugende Hündin aufzutreiben. Obgleich dies nun mitten. im
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