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Iluſtrirtes famiſienblatt.— Herausgeber Ernſt Keil.
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Wöchentlich 1 ½ bis 2
Bogen. Durch alle Buchhandlungen und Poſtämter vierteljährlich für 15
Ngr. zu beziehen.
Das eheimniß des Indianers.
Nach Mittheilungen eines deu
Eines Tages war Werner auf ſeinem Bureau damit beſchäftigt,
ein Conglomerat von Quarzkryſtallen, das die Arbeiter in einer der Gruben gefunden hatten, mittels der Lupe und des Hammers zu unterſuchen. Er zerſchlug einen Theil der Maſſe und fand zu ſeinem freudigen Erſtaunen mitten zwiſchen dem Geſtein eine voll⸗
wichtige Silberdruſe eingebettet, welche er dem Reconvalescenten,
der neugierig dicht hinter ihm ſtand, mit den Worten zeigte:„Ich wollte, ich hätte einen ganzen Schacht voll davon, Tawanka, dann ſolltet Ihr einmal ſehen, wie ſchnell ich dieſen gierigen Yankees den Rücken zeigen wollte.“
Bei dieſem unwillkürlichen Ausrufe ſeines Freundes überflog ein eigenthümliches Lächeln die dunkeln Züge des Häuptlings, und ſeine braune Hand ſanft auf die Schulter Werner's legend, ſagte er würdevoll:„Wenn ſolches Geſtein Euer Herz erfreut, ſo kann ich Euch einen Ort weiſen, wo Ihr zwölf Monde lang täglich da⸗ von herunterſchlagen könnt, ohne daß es merklich abnähme.“
„Ihr wollt doch damit nicht ſagen, Tawanka,“ rief Werner aus,„daß Ihr eine Silbermine kennt?“—
„Gewiß!“ erwiderte der Häuptling.„Manitou hat eine ſolche meinem Großvater gezeigt, als er einſt an einer wüſten Ausel auf dem großen See landete. Dieſer hat die Kunde auf Vnen Vater vererbt, und mein Vater hat mich ſelbſt an den „Axt geführt, als die erſten weißen Männer auf den großen Ca⸗ noes in die Gegend kamen. Da die Blaßgeſichter gierig nach Schätzen ſpähten, ſo befahl mir mein Vater, die Felsſpalte, welche zu dem weißen Erze führt, mit Steinen und Geröll auszufüllen,
zum ſie unkenntlich zu machen. Er glaubte nämlich, daß die Weißen, wenn ſie das weiße Metall, welches ſie ſuchten, nicht finden könnten, wieder abziehen und die Rothhäute in ungeſtörtem Beſitz des Landes laſſen würden. Es iſt aber anders gekommen. Sie entdeck⸗ ten die Kupferfelſen bei Keweena, und ſeit der Zeit ſtrömen ſie in Maſſen herbei und verdrängen uns von den Jagdgründen, die unſere Väter als Geſchenk vom großen Geiſte erhalten haben.“ „Tawanka, wollt Ihr mir die Stelle zeigen?“ fragte der Deutſche. 1 V„Wenn Ihr den Nankees nichts davon ſagen wollt, ſo werde ich es thun,“ antwortete der Häuptling.„Mein Vater nahm mir V nur das Verſprechen ab, den Schatz vor ihnen, den Abkömmlingen
des Teufels, zu verbergen. Ihr ſeid aber kein Yankee und habt Gutes an mir und meinem Stamme gethan, deshalb will ich Euch das weiße Geſtein zeigen, wenn es Euch glücklich macht. Sobald die Sonne wieder hoch ſteigt und das Eis an der Küſte bricht,
dann haltet Euch bereit. Dann werden auch Tawanka’s Glieder
(Fortſetzung.)
tſch⸗amerikaniſchen Arztes.
wieder kräftig genug ſein, um die Berge beſteigen und das Ruder führen zu können. Aber ſeid ſtill und verſchwiegen, wie der rothe Mann; denn erfahren die Yankees etwas von dem, was wir vor haben, ſo werden ihre Liſt und Tücke Mittel genug finden, Euch zu berauben oder Euch den Beſitz ſtreitig zu machen.“
„Aber, Tawanka, irrt Ihr Euch nicht?“ ſagte Werner,„das weiße Geſtein, welches Ihr damals geſehen, war vielleicht nur Bleierz, das Ihr für Silber gehalten habt.“
„Ein Sagamore der Odſchibbewas ſagt nie etwas, was er nicht beweiſen könnte. Wenn ſein Auge ſo ſcharf war, daß er die falſchen Dollars, womit der große Häuptling der Pelzhändler(Aſtor die Rothhäute für gelieferte Felle zu bezahlen pflegte, von den echten ſpaniſchen Pfeilerſtücken(Piaſtern) unterſcheiden konnte, ſo wird er auch beurtheilen können, ob das Geſtein, welches er da mals ſah, mit Silber oder mit Blei gefüllt war.“
Werner ſtellte noch verſchiedene Fragen an den Häupt ling, welche dieſer mit ſolcher Sicherheit und Klarheit beantwor tete, daß jeder Zweifel an dem Vorhandenſein des edeln Metalls, und zwar in großen Maſſen, wegfallen mußte. Nur über die Lo calität der Silbermine konnte er nichts in Erfahrung bringen, da der ſchweigſame Indianer darauf beſtand, ihm erſt im nächſten Frühjahr, wann der See wieder offen ſei, die nöthigen Aufklärun⸗ gen zu geben. Bis dahin, bat ihn Tawanka, ſolle er das Ge heimniß tief in ſeiner Bruſt verbergen und es ſo einzurichten ſu chen, daß er ſich dann dem Dienſte der Compagnie auf einige Wochen entziehen könne. 1
Einige Wochen ſpäter kehrte der nun vollkommen wieder her geſtellte Häuptling nach dem Indianerdorfe zurück, reich beſchenkt mit Lebensmitteln, die er im Auftrage Werner's unter ſeine dar benden Stammgenoſſen vertheilen ſollte. Bei dem Abſchiede ſprach er zu dem Deutſchen:„Wenn die Schneegänſe wieder nach Norden ziehen und der Whippoorwill ſein Neſt zu bauen anfängt, dann macht Euch frei und haltet Euch bereit, damit Ihr ſeht, wie Ta wanka ſein Wort hält. Aber feſſelt Eure Zunge, auf daß ſie Euch kein Unglück bringt.“
Die Aufſchlüſſe über die geheimnißvolle Silbermine ließen Werner keine Ruhe, da er guten Grund hatte, zu glauben, daß der Indianer es ehrlich mit ihm meine. Sein Leben in der Wild niß und der gezwungene Umgang mit vorurtheilsvollen Amerika nern und ungebildeten iriſchen und engliſchen Arbeitern trugen frei lich nicht dazu bei, ihm ſeine Stellung ſo angenehm zu machen, um die Entbehrung der gewöhnten Genüſſe der eiviliſirten Welt verſchmerzen zu können. Auch das Heimweh fing an, ſich bei ihm


