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zu Talmeſch weit geöffnet. Mit freudigen Mienen kamen uns die guten Pfarrersleute entgegen; er, der Herr Pfarrer, ein alter Jenenſer, ſein Pfeifchen„Fogaraſcher“, der beſten Siebenbürger Tabaksſorte, ſchmauchend und ſo Vielen von uns, wie da wollten, die Hände drückend, ſie, die Frau Pfarrerin, ſogleich bereit das Beſte, was Küche und Keller bargen, uns anzubieten. Nur den lebhafteſten Vorſtellungen ſeitens der Turnerſchaar, welche ja juſt nach alter Jahn ſcher Sitte bei einfachem Mahle, in der Wanderluſt und in dem Naturgenuß allein ihre Befriedigung ſuchte, gelang es, die Hühner vor dem Schickſale, deſſelbigen Abends noch als„Backhähndel“ auf dem Tiſche zu paradiren, zu retten und die beſorgte„Frau Mutter“ zur Bereitung der einfachen Landesſpeiſe, des„Palukes“, eines aus
Der
Waſſer und Welſchkorn⸗(Kukurutz⸗) Mehl beſtehenden Breis, zu veranlaſſen. Doch wie wir ſo im Genuſſe der herrlichen Abend⸗ luft im Garten des Pfarrhofes Turnlieder ſangen, nahte ſich uns noch einmal der Verſucher in Geſtalt von derben Mägden mit Dutzenden von Weingläſern und gefüllten Maßflaſchen voll köſtlichen Siebenbürger Weins in den Händen, um uns zum Bruche unſeres Mäßigkeitsgelübdes zu bewegen, aber auch er wurde glücklich abgeſchlagen, und bald darauf lagen wir Alle auf dem bei Turnfahrten üblichen Strohlager, der Nachtruhe pflegend.
Turner ſatteln früh, alſo thaten auch wir. Als die erſten Sonnenſtrahlen das Thal zum Eingange des Rothenthurmpaſſes erleuchteten und der erſte Widerſchein von dem Waſſerſpiegel des Zood, eines in den Alt einmündenden Flüßchens, uns traf, befanden wir uns ſchon auf der Höhe hinter Talmeſch. Hier hielten wir, und im Anblick der herrlichen Landſchaft beim Ein⸗ gange in den Rothenthurmpaß verſunken, angeregt durch die prächtigen Burgtrümmer der um 1350 erbauten Landskrone zur
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Rothenthurmpaß in
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Linken, ſangen wir nach der Weiſe„An der Saale fernem Strande: das erſt kürzlich von einem der Unſrigen gedichtete Turnlied:
„Laßt uns zu der Burgen Trümmer, Zu der Väter Stätten gehn,
Und auf ihrem Grabe ſchwören,
In der Lieder lauten Chören, Groß im Kampf, wie ſie, zu ſtehn.“
Ein lauter Jubelruf erſcholl uns nach Beendigung des Ge⸗ ſanges von der Höhe der Burg entgegen, und in demſelben Augen⸗ blicke ſahen wir von einem der alten Thürme unſere Vereins⸗ fahne wehen, mit welcher einige tüchtige Turner raſch vorausgeeilt waren, um ſie oben aufzupflanzen.
Siebenbürgen.
Wenn man, das nach dieſer Richtung hin gelegene zweite walachiſche Grenzdorf Boitza hinter ſich, dem alten, erſt in den fünfziger Jahren dieſes Jahrhunderts wieder ſtärker befeſtigten Rothenthurmcaſtell naht, iſt man einigermaßen enttäuſcht. Von großartigen Befeſtigungen iſt nichts zu ſehen und nur der vothe, ſtärker befeſtigte Hauptthurm deutet auf die Abſicht, einem feind⸗ lichen Heere Widerſtand zu leiſten. A.⸗ hat die Neuzeit bewie⸗ ſen, daß die Lage des Thurmes nicht hinreicht, den Engpaß zu ſichern. Als im März 1849 Bem die Ruſſen aus Hermannſtadt und durch den Rothenthurmpaß zum Lande hinausgetrieben, ver⸗ b mochten dieſe ebenſowenig ſich in dem Caſtell einen Rückhalt zu ſichern, wie einige Monate darauf die Ungarn den nun zur Ver geltung wieder auf ſie andringenden Ruſſen daſelbſt einen dauern den Widerſtand entgegenſetzen konnten. In früheren Jahrhunden ten, in den Zeiten der Türkenkriege, da mochte es anders geweſen ſein. Lange bevor die Türken Conſtantinopel erobert, ſchwärmten ihre verheerenden Schaaren ſchon aufwärts bis zur ſiebenbürgiſchen
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