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rar ſpib, liche Bedürfniß zum Schweigen bringen müſſe. 1 und lag Clausthal intereſſirte mich. Da er nicht ſchlief, ſollte er mir das nicht Rede ſtehen, mir ſagen, aus welchem Grunde er nicht gegeſſen hatte. fallen, dieſe„Sie haben Ihr Eſſen ſtehen laſſen,“ redete ich ihn an,„wes⸗ dunch allet⸗ halb haben Sie das gethan?“— 4 uht ſogar[aen Er richtete ſich ſofort anf, blieb aber auf dem Strohſacke Palhelm lgennen. Seine trockenen Augen, die in dieſer Stellung noch tiefer 2 unn rrückgeſunken zu ſein ſchienen, wendeten ſich mir zu, und der Aus mi ähm ruck ſeines leichenähnlichen Geſichtes verrieth Verlegenheit und ztunwe ngſt, für deren Entſtehung ich augenblicklich keinen Grund auf — Neiue ſinden konnte. 1 1 l.„Herr Inſpector,“ entgegnete er nach einer kleinen Pauſe rjinlich mit vielen Unterbrechungen,„Sie ſind Familienvater, Sie haben alte Ehwm G Ihre Kinder und Ihre Gattin gewiß lieb, ſo recht von Herzen den Unter lieb, nicht wahr?“ „Nun?“ verſetzte ich fragend, als Clausthal eine längere tit gefunden Pauſe machte. fein Want h„Wenn das ſo iſt,“ fuhr dieſer in größerer Verlegenheit mit dn rten fl faſt tonloſer Stimme fort,„ſo werden Sie, Herr Inſpector, mich Jelle lieft di auch nicht mißverſtehen, wenn ich Ihnen ſage, meine Frau und dan Kürbet meine Kinder ſind mir in das Herz und in die Seele hineinge⸗ wachſen.“ te cwa en Clausthal hatte, während er das ſagte, den Kopf auf die uclic nichts Bruſt niederſallen laſſen. Die Erinnerung an Frau und Kinder Fin lautes, hatte ihn ſichtbar tief bewegt; er war der Sprache gar nicht mäch dn Fenſſet tig und verharrte einige Secunden im Schweigen. Dann aber ucter auf hob er mit einer gewiſſen Haſt den Kopf wieder empor, und indem „ daffelbe er einen Blick, in welchem ſich der troſtloöſeſte Schmerz ausſprach, un n des auf mich richtete, ſagte er mit wahrer Seelenangſt und mit einer — Zcheofe fieberhaften Geläufigkeit:.. nen e, wa„Herr Inſpector, ich bin ein armer Mann; ich habe Alles verloren, Alles hingeben müſſen, um nur die Meinigen nicht Hungers ſterben zu laſſen. Mir iſt nichts, gar nichts geblieben, „₰ nicht einmal mein ehrlicher Name. Und doch, eins beſitze ich noch.
Laß ſtets uns Deiner Pflege und Treu empſoblen ſein; So gehen unſre Wege gewiß zum Himmel ein.“ Es war der letzte Vers aus dem ſchönen Gerhard'ſchen Liede: „Beſiehl Du Deine Wege ꝛc.“
Dieſe Worte aus dem Munde des Kindes und die Andacht, mit welcher ſie geſprochen wurden, waren wirklich ergreifend. Ich konnte nicht ſtehen bleiben, das Kind nicht im Auge behalten, ich mußte zurücktreten. Und auch da hatte ich keine Ruhe, ich mußte hinaus aus dem Zimmer und mir Beſchäftigung ſuchen. Allein ich konnte anfangen und thun, was ich wollte, ich fand keine Zer ſtreuung, immer und immer trat mir das betende Kind vor Augen, und unzählige Mal wiederholte ich in Gedanken:„Mach', Herr, ein fröhlich' Ende mit aller unſrer Noth ꝛc.“
An dieſem Tage fühlte ich zum erſten Male die Schwere des mir anvertrauten Amtes. Ich hatte nur meine Pflicht erfüllt und dies auch mit möglichſter Schonung gethan, aber ich wünſchte doch, daß ich das nicht nöthig gehabt hätte, oder doch ſo viel Macht zu beſitzen, um das Flehen des Kindes erfüllen, der Noth wirklich ein Ende machen zu können.
Am Abend nach acht Uhr revidirte ich die Zelle des Claus⸗ thal. Als ich eintrat, lag dieſer bereits auf ſeinem Strohſacke. Er ſchlief nicht, die Augen ſtanden weit offen, die Hände lagen gefaltet auf der Decke. Auf dem Tiſche ſtand das Eſſen vom Mittag und die Suppe vom Abend unangerührt, auch das Brod war noch vollſtändig vorhanden, es fehlte kein Krümchen, nur der Krug, der mit Waſſer gefüllt geweſen, war leer.
In den Gefängniſſen iſt das durchaus keine ſeltene Erſchei nung. Mir war es ſchon unzählige Male vorgekommen, daß Ge fangene am erſten Tage ihrer Haft das Eſſen hatten ſtehen laſſen. Einige von ihnen ſagten mir, daß der Schmerz die Eßluſt unter däckt habe, Andere dagegen meinten, daß erſt der Hunger den
ahe überwinden müſſen.
der muſterhaften Reinlichkeit, mit welcher das Eſſen be rerret und verabreicht wurde, konnte bei der Annahme deſſelben ein Widerwille wohl kaum empfunden werden, ich hielt das we nigſtens nicht für wahrſcheinlich und deshalb auch nicht für glaub haft. Dagegen konnte ich recht gut begreifen, daß der Verluſt der Freiheit, das gewaltſame Herausreißen aus der Familie, aus dem Berufe und aus dem Geſellſchaftsleben unter gewiſſen Verhältniſſen namenloſen Schmerz bereiten und daß dieſer Schmerz jedes leib
Dies Eine iſt die Liebe der Meinigen.
knoch gab ich mir Mühe,
Ich habe dieſe nicht ver⸗ ſetzen und nicht verkaufen können, kein Menſch würde ſie mir ab genommen, kein Menſch ein Stückchen Brod mir dafür gegeben haben, ſie hat ja für Andere keinen Werth. Dieſe Liebe iſt für mich eine Quelle, aus welcher ich Troſt und Beruhigung ſchöpfe. Wenn ich auch leide und furchtbare, entſetzliche Schmerzen ertrage; wenn der Verluſt meiner Freiheit und meiner Ehre mich auch quält und peinigt, ich bin dennoch glücklich, denn die Liebe meiner Frau und meiner Kinder, für die ich leide, tröſtet und beruhigt mich mit wunderbarer Kraft.“
„Aber,“ ſprach ich, als Clausthal wiederum eine längere Pauſe machte,„Sie ſollen mir ſagen, weshalb Sie nicht gegeſſen haben?“
„Ja ſo,“ erwiderte er mit einem Anflug von Beſchämung, „ich rede zu viel von meiner Armuth und von meiner Liebe. Sie müſſen mir das verzeihen. Das Herz iſt mir davon zu voll, und da iſt es ja kein Wunder, daß der Mund übergeht. Beides, meine Armuth und meine Liebe, iſt ja auch ſchuld, daß ich nicht gegeſſen habe. Ich weiß, meine Frau und meine Kinder müſſen heute hungern, denn ſie haben keine Lebensmittel und auch kein Geld, und noch viel weniger Credit. Kein Menſch wird ſich ihrer annehmen, kein Menſch ſich ihrer Noth erbarmen, ſie werden von keiner Seite eine Unterſtützung erhalten, denn ſie werden nicht den Muth haben, eine Unterſtützung zu verlangen, wie ich nicht im Stande geweſen bin, meine Armuth, meine grenzenloſe Noth vor den Leuten zu bekennen. Glauben Sie, Herr Inſpector, daß ich eſſen könnte, wenn die Meinigen hungern? Nein, Sie können das nicht, Sie müſſen mir Recht geben, wenn Sie die Ihrigen wahr haft lieb haben. Geſtatten Sie mir nur, daß ich mit den Mei nigen theile, oder vielmehr, daß ich den Meinigen zukommen laſ ſen darf, was dort Eßbaxes auf dem Tiſche ſteht. Ich kann ganz gut warten bis morgen, ich habe warten gelernt, mir wird der Hunger nicht läſtig, wenn ich nur weiß, daß Frau und Kinder ſich ſättigen können.“
Clausthal hatte während des Sprechens, ohne daß ich dies zu hindern vermochte, ſeine Stellung verändert. Die abgezehrte Geſtalt kniete zuletzt auf dem Strohſacke und ſtreckte die ineinander geſchlungenen Hände mir entgegen.
Ich wußte in Wirklichkeit nicht, was ich thun, was ich ant⸗ worten ſollte. Die Bitte war ganz eigenthümlicher Art. Es war mir noch niemals vorgekommen, daß ein Gefangener einen Theil ſeiner kärglichen Koſt hatte hinausſenden wollen, die Mehrzahl berlangten Zuſchüſſe von außen, weil ſie mit dem, was ihnen ge reicht wurde, nicht auskommen konnten. Ein Verbot beſtand jedoch nicht, ein ſolches war jedenfalls deshalb nicht erlaſſen worden, weil man den Fall überhaupt nicht für möglich gehalten hatte; ich riskirte alſo nichts, wenn ich die Bitte gewährte.
Als ich mir das klar gemacht hatte, ſagte ich Clausthal, daß ich das Eſſen diesmal abgeben würde, wenn ſich einer von ſeinen Angehörigen bei mir einfinden ſollte. Seine Freude über dieſen Beſcheid war ohne Grenzen.
„Ach,“ ſagte er nach vielfachen Dankesäußerungen,„haben Sie nur die Güte, vor dem Hauſe nachzuſehen, ich bin davon überzeugt, daß meine Frau oder mein Sohn in der Nähe iſt.“
Da Clausthal auf nochmaliges Befragen dabei verblieb, daß er von dem Eſſen nicht das Geringſte annehmen werde, ließ ich dies von einem Unterbeamten nach der Küche tragen, ich ſelbſt ging aber vor das Haus, um hier nachzuſehen, ob wirklich ein Glied der Clausthal'ſchen Familie dort verweilte.
Es war faſt vollſtändig dunkel. Ein ſtarker, dichter Nebel ließ das Sternenlicht nicht zum Durchbruch kommen und benahm auch dem Lilffte der vor dem Hauſe brennenden Laterne den Schein, daß man nicht zehn„rdtte weit vor ſich ſehen konnte. Den 6Dunkelheit nach allen Nichtungen hin zu durchdringen. Als mir’das nicht gelingen wollte, ging ich auch noch ein Stück vorwärts, dann rechts und links, über den ganzen Platz hinweg, ich konnte aber nichts wahrnehmen, der Platz war leer. Verdrießlich über die vergebliche Bemühung kehrte ich nach dem Hauſe zurück und wollte ſchon in daſſelbe eintreten, als mir in einer Ecke, welche die an dieſer Stelle etwas vortretende Mauer bildete, ein an der Erde liegender dunkler Gegenſtand in die Augen ſiel. Ich ging darauf zu und erſtaunte nicht wenig, den Gohn des Clausthal zu ſinden, der ſich gegen die Mauer gelehnt hatte und in dieſer Stellung eingeſchlafen war. Ich machte ihn mun⸗
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