Jahrgang 
1 (1865)
Seite
3
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Sch wollte Dich nicht beunruhigen. Und jetzt iſt unſer Kind und wir haben die Todesangſt.

Sie erzählte, wie ſie es vergeblich geſucht habe. Er warf ſich in di

Kleider.

Ich werde ſie ſelbſt ſuchen, mit dem Knecht.

Er ging mit dem Knecht, ſein Kind zu ſuchen. Sie erſtiegen den Ahornberg und fanden ſie nicht; ſie fanden keine Spur, daß ſie dageweſen ſei.

Johanna! Johanna, mein Kind! rief er in den Berg, in die Schlucht, in die Berge umher hinein.

Fräulein Johanna! rief der Knecht. V

Sie erhielten keine Antwort. Sie durchirrten den Berg auf allen ſeinen Seiten. Sie erſtiegen die benachbarten Berge und riefen:Johanna, Johanna, mein Kind!Fräulein Johanna! Sie erhielten keins Antwort; ſie fanden keine Spur der Verſchwun denen und kehrten endlich zum Dorfe zurück.

Biete das ganze Dorf auf, ſie zu ſuchen, ſagte der Pfarrer zu dem Knechte. Ihn ſelbſt hatten Angſt und Anſtrengung er⸗

ſchöpft. Der alte Mann ſah aus wie eine Leiche. Seine Füße

trugen ihn nicht mehr.

Der Knecht geleitete ihn nach Hauſe, bot dann das Dorf auf,

das Kind des Pfarrers zu ſuchen. Die Leute liebten den Pfarrer und

ſein Kind. Das ganze Dorf machte ſ die Nacht, in die Berge, die Verlorene zu ſuchen. ſaß in ihrem Stübchen vor einem Gebetbuche. Greis trat zu ihr ein.

Unſer Kind iſt fort, Mutter.

Er ſiel in ſeiner Erſchöpfung nieder. tröſtete den Mann.

Vater, es lebt ein Gott im Himmel. Er wird uns unſer Kind wiedergeben.

Die beiden alten Leute ſaßen die ganze Nacht, verzagend und hoffend, hoffend und verzagend. Kein Schlaf kam in ihre Augen. Als der Morgen anbrach, erhielten ſie Nachricht. Ein Mann vom See kam in die Pfarrei.

Sie ſuchen Ihre Tochter, Herr Pfarrer. Vielleicht kann

ich mit dem Knecht auf, in Die Pfarrerin Der leichenblaſſe

Die ſchwache Frau

gũgpoolgendes Sie auf die Spur führen. Ich bin Nachbar des Heuſ⸗ ſer'ſchen Landhauſes, in dem der fremde, reiche, junge Herr wohnt, Bormann ſoll er heißen, und aus Hamburg ſoll er ſein. Geſtern

Abend, als es ſchon dunkel war, ſah ich, wie der Bediente des Herrn deſſen kleine Segelgondel, die er unterm Hauſe in der Bucht liegen hat, fertig machte. Ich fragte ihn, wohin er noch im Dun⸗ keln fahren wolle. Er ſagte, ſein Herr wolle noch eine Spazier fahrt auf dem See machen. Er legte Kiſſen zum Sitzen hinein, machte die Segel zurecht, legte ein paar Ruder hinzu, für den Fall, daß kein Wind ſei. Als er fertig war, ging er in's Haus. Ich blieb, weil ich nichts zu thun hatte, in der Nähe ſtehen. Es dauerte lange, bis Jemand wiederkam; und da kam der junge Herr nicht allein, es war ein Frauenzimmer bei ihm. Erkennen konnte ich ſie nicht; es war dunkel und ich mochte nicht nahe her⸗ ngehen; ich glaubte nur zu ſehen, daß ſie eine große Geſtalt war. ee gingen zu dem Schiff; er ſprang zuerſt hinein; dann reichte er ihr die Hand und ſie folgte ihm. Sie ſprachen, ſoviel ich hö⸗ den konnte, nichts mit einander. Die Beiden waren ganz allein. ſtieß vom Lande ab und ruderte mitten in 9 u der Finſterniß und in dem Nebel, der ſchon Aaf, u uſſer uug, kamen ſie mir bald aus den Augen. Ich dachte noch darüber nach, wer das Frauenzimmer geweſen, und vohin er am ſpäten, dunklen Abende mit ihr gefahren ſein könne, als der Diener wiederkam, der den Nachen zurecht gemacht hatte. Er ſchien aus Neugierde hergekommen zu ſein. Ich trat an ihn heran. ‚Wer war das Frauenzimmer, mit dem der Herr abfuhr? Auch er wußte es nicht.

Der Herr, erzählte er mir, war nach Dunkelwerden nach Hauſe gekommen. Niemand hatte ihn ankommen ſehen. Er hatte em Diener befohlen, das Segelſchiff zu einer Spazierfahrt zurecht zu machen. Als der Diener zurückkam, fand er die ſämmtlichen Leute des Hauſes um den Herrn verſammelt. Er theilte ihnen mit, daß er nach einer am Abend erhaltenen Botſchaft auf der Stelle abreiſen müſſe und nicht wiederkehren werde. Er bezahlte ihnen Allen ihren Lohn aus und empfahl ihnen die Sorge für

das Haus, deſſen Eigenthümer morgen kommen undtes wieder in

beſitz nehmen werde. Die Miethe für Haus und Mobiliar war hon fin da ienat vorausbezahlt. Dann nahm er Abſchied von

den Leuten. Er werde in dem Segelſchiff abfahren; er werde ſelbſt fahren; Niemand ſolle ihn zu dem Schiff begleiten. Damit war der Herr gegangen. Niemand war ihm gefolgt. Nur ein Stubenmädchen hatte ihm nachgeſehen. Er war zuerſt wieder in ſein Zimmer gegangen. Aus dieſem war er faſt unmittelbar dar⸗ auf zurückgekehrt; aber nicht allein; es war eine Dame in Hut und Shawl mit ihm geweſen. In der Dunkelheit hatte das Mäd⸗ chen ſie nicht näher erkennen können. Mit der Dame hatte er das Haus verlaſſen.

Das hatte der Diener dem Manne vom See erzählt; das erzählte dieſer dem Pfarrer und der Pfarrerin wieder.

Der fremde Herr, ſetzte der Mann noch hinzu,muß un⸗ ermeßlich reich geweſen ſein; er war auch nichts weniger als geizig. Aber dennoch war er bei Keinem von ſeinen Lenten beliebt. Er war hochmüthig, herriſch, er war hart gegen ſie; ſie ſagen, er habe kein Herz. Ich mußte Ihnen das Alles mittheilen, Herr Pfarrer, ſchloß der Mann.Was Sie ſich daraus entnehmen wollen, müſ⸗ ſen Sie wiſſen..

Die unglücklichen Eltern wußten es. Sie hatten den Frem⸗ den in der Nähe des Pfarrhauſes, ſie hatten ihn dann wartend oben an der Kirche geſehen, ſie hatten jenes auffallende Eulen⸗ geſchrei gehört, jetzt ahnten ſie, daß es das Signal geweſen war, welches ihrem Kinde galt. Ihr unſchuldiges, reines Kind freilich, ſeine Unbefangenheit!, Aber wer mag unthätig zurückſchauen, wo das ſchleunigſte Handeln zur Rettung Noth thut? War ihr Kind zu retten?

Sie verfolgten die Spur, die ſie gefunden hatten. Sie war freilich in demſelben Augenblicke wieder verloren. Aber ſie fanden ſie bald wieder, in Schaffhauſen. Am frühen Morgen war das kleine Segelſchiff dort angekommen, mit einem Herrn und einer Dame. Der Herr hatte das Schiffchen dem erſten beſten Schiffer⸗ burſchen geſchenkt, war dann mit der Dame zum Eiſenbahnhof ge⸗ gangen und hatte hier mit ihr gefrühſtückt. Mit dem erſten Zuge der Eiſenbahn waren ſie weiter gefahren. Damit war ihre Spur

Suig verloren.

Der Pfarrer ſchrieb nach Hamburg. Man wußte dort nichts

V von einem Herrn Bormann, welcher der junge, reiche Fremde geweſen ſein konnte. Auch keine andere Kunde kam von den Entflohenen,

V keine einzige; kein Brief, keine Zeile, kein anderes Lebenszeichen der Tochter an ihre verzweifelnden Eltern.

2. Die Nacht in der Buchhauſer Linde. Fünf Monate ſpäter, an einem kalten, dunklen Octoberabend, hielt im mittleren Deutſchland vor einem einſam an der Chauſſee gelegenen Wirthshauſe eine mit vier Pferden beſpannte Extrapoſt. Es war ein eleganter, feſt verſchloſſener Reiſewagen. Der Poſtillon ſtieg vom Pferde, ging an den Wagen und rief zu dem Fenſter deſſelben, das nicht geöffnet wurde, hinauf: Wir ſind an der Buchhauſer Linde! 3 Gut! wurde aus dem Innern des Wagens von einer männlichen Stimme geantwortet. Der Poſtillon ging in das Wirthshaus, das man die Buch⸗ hauſer Linde nannte. Er war bekannt in dem Hauſe; er fuhr den Weg oft. In der Wirthsſtube unten traf er den Wirth. Kann heute Nacht eine Herrſchaft bei Euch logiren, Linden⸗ wirth? 3 Warum nicht? Dafür iſt die Buchhauſer Linde da. Aber es iſt etwas Vornehmes! 5 Deſto beſſer. Wie viele ſind ihrer? 4 Ein Herr und eine Dame. Es ſind junge Leute; ſie ſchei⸗ nen mir auf der Hochzeitsreiſe zu ſein; und vornehm ſind ſie auch, denn ſie befehlen und bezahlen gehörig. Der Herr wenigſtens. Don⸗ ner, was kann der commandiren, und immer oben vom höchſten Stock herab. Dann wirft er aber auch mit den Thalern nur wie⸗ der ſo um ſich. Die arme Frau freilich Was iſt es mit der Frau? fragte der Wirth. Die ſaß immer ſtill vor ſich hin. Sie hat eigeittlich kein Wort geſprochen. Nun, ſie iſt auch krank, oder unwohl, wie der Herr ſagt. Sie hatte den ganzen Weg über Kopfweh ſie damit ſchon auf der Station angekommen,. Darum mußter langſam fahren, und darum halten wir auch hier an und niache hier Nachtquartier. Vorfier halben Stunde ſchon fragte miñ Herr, ob wir nicht balh an ein erdentliches Wirthshaus

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