dem Beſitz eines ähnlichen Inſtituts in deutſchen Mittelſtädten Michaeliskloſters verlegte Irrenanſtalt herabgeſunken war, iſt, eben⸗ erreicht wird. Man hat namentlich in Betreff des Fürſtenthums falls durch Römer's Bemühungen, mit Geſchmack und Verſtändniß Hildesheim fleißig geſammelt und eine gute Anzahl von Alter⸗ reſtaurirt und ſeit dieſer Erneuerung ein wahres Kleinod roma⸗
thümern aus dieſem, ein ſchönes Cabinet dort vorkommender Petrefacten und bei⸗ nahe alle auf die Stadt und das Stift bezüglichen Druckſachen ſowie viele Ur⸗ kunden und Handſchriften zuſammen⸗ gebracht.
Von den nooch gottesdienſtlichen Zwecken geweihten Kirchen nenne ich die Seminarkirche, die früher zu einem Capuzinerkloſter gehörte, die Kreuz⸗ kirche, ein Gemiſch aus romaniſchen Reſten des urſprünglichen Baues, gothi⸗ ſcher Zuthat und Jeſuitenſtil, die
Jacobikirche mit ihrem hohen Thurm
und die ſehr große Hauptkirche der Proteſtanten, die, nach dem Apoſtel Andreas benannt, in einigen ihrer Theile bis in den Anfang des fünf⸗ zehnten Jahrhunderts zurückreicht, ſonſt aber nichts Bemerkenswerthes hat, nur der Vollſtändigkeit wegen. Von größe⸗ rem Intereſſe iſt die Magdalenen⸗ kirche, in welcher man einen Sarg mit St. Bernward's Gebeinen, zwei Leuchter, die der Heilige geſchaffen, und ein prächtiges mit edlen Steinen, Gem⸗
niſcher Baukunſt. Einige der Capitäle der alten Säulen, welche ihre Decke tragen, gehören zu den ſchönſten Er⸗ findungen dieſer Art, und das große Gemälde, das in brennenden Farben die flache Decke ziert, iſt, die Heilsidee vom Paradieſe bis auf Chriſtus dar⸗ ſtellend, das größte und vielleicht auch das kunſtvollſte Denkmal der Malerei des Jahrhunderts, dem es ſeine Ent⸗ ſtehung verdankt. Höchſt merkwürdig ſind ferner die um dieſelbe Zeit ent⸗ ſtandenen Stuckarbeiten, die ſich an der Wand einer Capelle neben dem Chor befinden, und die in den Geſichtern ihrer Figuren und namentlich im Falten⸗ wurf der Gewänder eher an das griechiſche Alterthum, als an das Mittelalter erinnern, welches ſie ſchuf. Endlich muß noch des Kreuzgangs gedacht werden, der das Michaelis⸗ kloſter mit der Kirche im Norden verband und welcher, der ſpätroma⸗ niſchen Zeit angehörend, in ſeinen ebenſo zierlichen wie mannigfaltigen Säulenknäufen, die leider zum Theil
—
dllchalw
men und Perlen beſetztes Kreuz mit Filigranarbeit zeigt, in welchem der⸗ ſelbe eine Reliquie von Chriſti Kreuze aaufbewahrte. Das Kreuz that früher Wunder, indem es Krankheiten ver⸗ ſcheuchte, bei großer Dürre Regen her⸗ beiführte und jedem Betrübten, der ſich
mnl von der Witterung gelitten haben die W en 91 ren Vaben, Lr
höchſte Entwickelung dieſer Bauweiſe zeigt.
Wuchtig, maſſiv und doch nicht ohne Zierlichkeit, halb dunkel, aber erfüllt von farbigen Bildern, die wie ein Stück geöffneter Himmelsglorie von
vor ihm niederwarf, Troſt verlich. Der tauſendjährige Roſenſtock. der Decke in die Dämmerung herab⸗ Nicht fern von der Magdalenenkirche blicken, empfängt die herrliche Schöpſung
erhebt ſich auf einem kleinen Hügel die von Bern vard 995 ge⸗ Bernward's den Eintretenden. Er ſelbſt aber, der Erbauer dieſer gründete, 1033 vollendete Michaeliskirche, einſt der größte und Andachtsſtätte, hatte ſich unter ihr ſein letztes Bett bereitet. Noch ſcchönſte Bau Hildesheims, auch noch jetzt äußerlich ſtattlich und im ſteht ſein ſteinerner Sarkophag dort. Daneben aber ſprudelt eine
—ͤͤ
—
* Das Knochenhauer⸗Amthaus. Das Rathhaus und der Roland.
„Innern ein überraſchend prachtvolles Muſter romaniſchen Stils. Quelle lauteren Waſſers, das Symbol des ewigen Lebens, auf
Die Kirche, die vielfache Schickſale und Umwandlungen erfahren das die Inſchrift des Sarodeckels hofft.
hat, ſogar einmal zur Kegelbahn für die in die Gebäude des Einen großen Bau ſpätromaniſcher Zeit, der auch äußerli 8 9 3 1) ß
——


