als hier, da alle Depots dieſelben Preiſe
83 Thlr. 25 Ngr., das Viertel⸗Pfund 1 Thlr.; hundert Pfund koſtet das Pfund nur 3 Thlr. von zweihundertundfünfzig Pfund blos 3 Thlr. 9 Ngr.
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das(nicht der) Liebig'ſche Fleiſchextract
ein, weil dies der am ſchnellſten den Stoffwechſel anregende und fördernde, ſowie der am leichteſten verdauliche, auch dem ſchwächlichſten und kränkſten Magen zuſagende Nahrungsſtoff iſt. Denn es iſt dieſes Extract ja auch nichts Anderes als Fleiſchbrühe, von welcher das Waſſer durch Abdampfen getrennt wurde; es iſt alſo eine reine Eſſenz des Fleiſches. Es wird aus dem beſten und friſcheſten Rindfleiſche bereitet, und ein Pfund des Extracts enthält die lös⸗ lichen Theile von dreißig Pfund ganz reinen, fettfreien Fleiſches. Ein Heilmittel iſt dieſes Extract, welches einen nicht unbedeuten⸗ den Gehalt an phosphorſauren Salzen und Eiſenoxyd beſitzt, in dem Sinne, als es, auch bei der ſchwächſten Verdauung, dem Blute Stoffe zuführt, die zur kräftigern Ernährung des herunter⸗ gekommenen Körpers viel beitragen. Es iſt deshalb bei dem
Hungertyphus, der Reconvalescenz von Krankheiten, bei Blut⸗
mangel und auszehrenden Leiden weit mehr zu empfehlen, als die von Aerzten in ſolchen Fällen verordnete Arznei aus Chinin und Eiſen, die niemals kräftigt, in der Regel aber ſehr bald den Magen verdirbt. Nur darf man nicht, wie dies manche Aerzte ganz mit Unrecht gethan haben, vom Liebig'ſchen Fleiſch⸗ extracte verlangen, daß es ganz allein die Ernährung unſeres Körpers unterhalten ſoll. Nur durch ſeine Verbindung mit eiweißſtoffigen, fetten und fettbildenden Nahrungsſtoffen, wie: mit Ei, Fleiſch, Hülſenfrüchten, Mehlſpeiſen, Gemüſe und Kartoffeln, Fleiſchfett oder Butter ꝛc. wird es zum nahrhafteſten Nahrungs⸗ mittel.— In kleinen Quantitäten kann man das Fleiſchextract zur Kräftigung und Verbeſſerung von Suppen, Saucen, Ragouts, überhaupt als Würze vieler Speiſen(beſonders der aus Gemüſen und Hülſenfrüchten) verwenden. Daß man in Haushaltungen und Speiſehäuſern große Erſparniß damit erzielen kann, liegt auf der Hand. 7 Wir verdanken dieſes der Menſchheit ſicherlich noch großen Nutzen ſchaffende Fleiſchextract, welches in keiner Haushaltung(zumal auf dem Lande) fehlen ſollte, dem berühmten Chemiker, der ſich auch um die Ernährung unſerer Nahrungspflanzen große Verdienſte erworben hat, dem Profeſſor v. Liebig in München. Ihm ver⸗ danken wir ferner auch, daß dieſes werthvolle Extract im Ver⸗ hältniß zu ſeinem Nährwerthe ſo billig zu haben iſt. Denn er veranlaßte, daß daſſelbe in Ländern bereitet wird, wo das friſche beſte Rindfleiſch außergewöhnlich billig iſt, nämlich in den La⸗Plata⸗ Ländern und in Braſilien. Damit es hier zur Zeit in Fray⸗ Bentos(Uruguay) unter Leitung des Herrn Giebert— aber auch wirklich nach ſeiner Methode richtig bereitet werde, überwachen zwei von Liebig ſelbſt ausgewählte Liebig'ſche Schüler die Herſtellung und weitere Behandlung des Extractes, der eine bei dem Etabliſſe⸗ ment in Südamerika, der andere bei dem Generaldepot in Ant⸗ werpen. Schließlich wird aber auch noch, vor der Auslieferung des Extracts, durch von Liebig ſelbſt und ſeinen Delegirten v. Pettenkofer eine Unterſuchung des Extracts vorgenommen. So kann demnach der Käufer ſicher ſein, daß er echtes Liebig'ſches Fleiſchextract bekommt. Die auf dem Topfe befindlichen Etiquetten, welche die Fabrikmarke, ſo wie die Unterſchriften der Herren v. Liebig und v. Pettenkofer tragen, müſſen natürlich vom Käufer beachtet werden.*
Das echte Liebig'ſche Fleiſchextraet ſtellt einen hellbraunen, klebrigen, dicklichen Brei dar, der einen kräftigen Fleiſchgeruch und, in heißem Waſſer verdünnt und mit etwas Salz verſetzt, einen angenehmen Fleiſchbrühgeſchmack hat., Ein Viertel Theelöffel des Extracts reicht zu einer Taſſe guter Bouillon hin und dieſe iſt in wenig Minuten herzuſtellen; ein Pfund vom Extract mit Zuſatz von Kartoffeln und Brod bildet eine kräftige Suppe für einhundertunddreißig Mann. Liebig ſelbſt läßt in ſeiner Haus⸗ haltung eine Suppe davon, und zwar eine ſehr ſchmackhafte, auf folgende Weiſe für ſieben Perſonen bereiten: man nimmt zwei
preußiſche Quart Waſſer, ſetzt ein halbes Pfund grob zerſchlagene
* In Leipzig haben Brückner, Lampe und Comp. ein Hauptdepot dieſes Fleiſchextracts, und nirgends kann man daſſelbe wohlfeiler erhalten haben. Das Pfund koſtet bei Abnahme von fünf bis 11 Ngr. und bei Abnahme
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nimmt alsdann die Knochen heraus und ſetzt zwanzig Gramm
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Knochen oder zwei Loth Ochſenmark, ſo wie Suppengemüſe hinzu, kocht bis zum Weichwerden der Gemüſe(etwas über eine Stunde),
(1 ½ Loth Zollgewicht) amerikaniſches Fleiſchextract(aber nicht mehr) und die nöthige Menge Salz hinzu. Man iſt dann nicht im Stande herauszuſchmecken, daß dieſe Suppe aus Fleiſchextract und nicht aus friſchem Fleiſche bereitet iſt.— Dieſes Fleiſchextract iſt aber nicht etwa mit der Tafelbouillon(Consommé) zu verwechſeln, denn dieſe iſt nichts anderes als Tiſchlerleim. Auch hüte man ſich vor anderen billigeren Fleiſchextracten, die in der Regel nur eine gallertartige, aus Leimſubſtanz beſtehende Maſſe ſind, die leicht
geneigt iſt. Daſſelbe conſervirt ſich, ſogar ohne beſondere Vorſicht, in jedem Klima und zwar viele Jahre lang.
ſchimmelt, während das echte Extract durchaus nicht zum Schimmeln V
Nach dem Liebig'ſchen Fleiſchextracte iſt am meiſten empfehlens⸗ werth: die condenſirte oder concentrirte Milch,
welche vorzugsweiſe in der Schweiz bereitet wird und zwar, ſoviel dem Verfaſſer bekannt iſt, an zwei Orten, nämlich in Cham bei Zug(von einer amerikaniſchen Geſellſchaft) und in Vevey(von G. Keppel). Liebig hat die Chamer Milch analyſirt und ſtellt ihr das Zeugniß aus, daß ſie aus nichts Anderem als aus Kuh⸗ milch und dem beſten Zucker beſteht, daß ſie alle Eigenſchaften einer vollkommen reinen verſüßten Milch beſitzt und daß deren vorzügliche Eigenſchaften ſie bald in den großen Städten, wo es täglich ſchwieriger wird, reine Milch zum Gebrauche in den Haus⸗ haltungen zu erhalten, einbürgern wird. Dieſe concentrirte Milch, die entweder in trockener oder in dickflüſſiger Form zu haben iſt, vertheilt ſich in vier und ein halb bis fünf Theilen Waſſer zu einer Flüſſigkeit, welche alle Eigenſchaften einer vollkommen reinen Milch hat, die mit etwas Zucker verſüßt iſt. Sie kann im Ge⸗ ſchmacke nicht von friſcher abgekochter Milch unterſchieden werden und enthält: Waſſer 22,44 und feſte Subſtanzen 77,56; letztere werden von zugeſetztem(feinem Colonial-) Zucker, von Butter, Milch— zucker und Käſeſtoff von der in einem ſogenannten Vacuum⸗Apparate eingedämpften Milch gebildet.— Was nun Herr v. Liebig von der Chamer Milch ſagt, kann Verfaſſer mit gutem Gewiſſen auch von der condenſirten Milch des Herrn Keppel in Vevey und Kempten behaupten. Dieſe Milch, aufgekocht, hat einen äußerſt angenehmen Geſchmack nach guter, friſcher, ſahniger Milch, beſitzt einen großen Nähr⸗ werth und dürfte auch zur Ernährung von Säuglingen ſehr paſſend ſein. Die Malzextracte,
ſowie die verſchiedenen Malzpräparate können, da ſie keine oder nur äußerſt wenige Eiweißſtoffe enthalten, dagegen ſehr reich an Zucker ſind, nur an Stelle von fettigen und fettbildenden Nahrungsmitteln und Heizungsſtoffen genoſſen werden. Sie laſſen ſich ziemlich leicht verdauen und können, weil ſie keine gegohrenen Producte ſind, weder durch Gehalt an Spiritus, noch durch ihre Kohlenſäure und Hefe ſchaden. Beim Hoff'ſchen Malzextract iſt dies aber der Fall, und deshalb gehört dieſes dünne, mit mehreren Kräutern verſetzte Braunbier gar nicht hierher und iſt ſeines hohen Preiſes wegen zu den Geheimmittel⸗Schwindeleien zu rechnen.
Von den mir bekannten und benutzten Malzextracten kann ich empfehlen: 1. Das Malzextract von Löffland in Stuttgart, welches mit Liebig's ausdrücklicher Genehmigung dargeſtellt iſt; 2. das chemiſch⸗reine, von Dr. Linck bereitete Malzextract, wel⸗
ches einen kleinen Zuſatz feinen Hopfens hat und in Stuttgart ver⸗
kauft wird; 3. das nach Linck in der Fabrik von M. Diener in Stuttgart bereitete Malzextract; 4. das kleberhaltige Malz⸗ präparat des Dr. Döbereiner in Freiburg an der Unſtrut, welches außer ſeinem Eiweiß⸗Kleber⸗ Gehalte auch noch die phos⸗ phorſauren Salze der Gerſte enthält; 5. das Trommerſſche Malz⸗ ertract; 6. das Fleiſcher'ſche ſtark⸗ und ſchwachgehopfte Malz⸗ extraet(in Leipzig); 7. der Malz⸗Syrup von C. J. Uhlig in Charlottenburg. Alle dieſe Malzextracte können in Waſſer, Bier, Milch ꝛc. und nach Bedürfniß in kleinerer oder größerer Quantität genoſſen werden.— Daß die Malzpräparate als ausgezeichnete Heil⸗ mittel bei Lungenkrankheiten und dergleichen nützen könnten, iſt kindiſcher Aberglaube. Bock.


