Jahrgang 
12 (1868)
Seite
185
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Eine faſt überwältigende Fülle von Gaſtſpielen neben der conſtanten Berufsthätigkeit in Dresden zeichnete auch die folgenden Jahre aus.Und vergiß meine Aufregungen in London nicht,

theurer Freund! erwiderte Devrient.

Wo Sie, fiel einer der Anweſenden ein,den Fauſt ſpiel⸗ ten, den Sie uns immerdar vorenthalten haben.

Fragen Sie Goethe, erwiderte der Künſtler,warum man Fauſt nicht ſpielt.

Das kann, fiel ein Dritter ein,allerdings der ſtolz ant⸗ worten, dem über den ‚Hamlete eine Fanny Kemble in London geſagt, daß ſie den Hamlet Devrient's über den John Kemble's und ihres eigenen Vaters ſtelle.

Auch der jüngere Kean hat mir in Anerkennung meiner Rolle ein werthvolles Geſchenk übergeben, bemerkte Devrient,die Me⸗ lodieen des vorigen Jahrhunderts zu den Liedern Ophelia's.

Melodisen, die den Sänger in Ihnen ebenſo beglückten, wie den Darſteller Hamlet's, warf der Verfaſſer dieſer Zeilen ein.

Einer der Anweſenden, der Jüngſte, wunderte ſich über die Aufklärung, daß Emil dereinſt den Caspar im Freiſchütz, den Saraſtro, Almaviva, Axur und ſogar den Don Juan mit großem Erfolge geſungen..

Als Caspar trat der gaſtirende Jüngling im Beginn ſeiner Laufbahn in Dresden auf, ſchaltete der Erzähler des Mahles ein und hob ſein Glas mit ungefähr folgenden Worten:Welch' eine Welt liegt zwiſchen jenem erſten Caspar und dem Taſſo, mit dem Devrient das neue Theater in Dresden einweihte! Aus einer Fülle der Geſichter hat ſich ein großes, bedeutendes Künſtlerantlitz herausgearbeitet; der ſprudelnde Reichthum der Vielheit hat ſich in einer kryſtallreinen Quelle concentrirt: in Schöpfung des claſſiſchen Ideales für alte und neue Dichtung. Wohl tönt des Sängers ausgebildete Stimme noch nach, aber gebannt an das Wort, es verſchönend; wohl hat

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auch jene Zeit ihre Wirkungen hinterlaſſen, in welcher ſich mit Taſſo und Hamlet noch die Läſterſchule und die Quälgeiſter ſtritten, aber es iſt nur das Gute des Vaudevillenhaften geblieben, die Präciſion des dem Tage ſich anlehnenden Luſtſpieles hat wohlthätig den langgezogenen Ton des Tragöden gekürzt, die Bewegungen des Mimen der Wahrheit zugeführt. Und wie nun der ganze Künſtler vor uns ſteht, eine Verſchmelzung des Taſſo und Egmont in ſeiner Natur tragend, ſo wirke er noch lange zum Heile der deutſchen Kunſt, ſo bleibe er der Dresdner Bühne, ein Caspar im modernen Sinne, Freikugeln gießend für die Macht der Schönheit!

Ein freudiges Hoch der begeiſterten Gäſte ertönte dem Künſtler, und Gutzkow bemerkte mit liebenswürdigem Sarkasmus:Was würde Tieck zu unſerer Gerechtigkeit ſagen! Seit Devrient ſich nicht mehr ‚Dame Kobold' vorleſen ließ, ſeit Emil ſich ſogar dem jünge⸗ ren deutſchen Drama zuwendete, ſprach ihm der Romantiker nur noch Talent für naive Rollen und das Luſtſpiel zu. Fürwahr, es iſt etwas um die Romantik, es iſt etwas um ihre Wahrheit, für die leider der große Brite viel weniger gethan hat, als ſeine Ueber⸗ ſetzer glauben. Hoch lebe Emil der Naive, der Sohn der blauen Blume, hoch Wetter vom Strahl!

Gelächter von allen Seiten, und heiter vertiefte ſich die Geſell⸗ ſchaft in das die Gegenwart erleichternde Reich der Anekdote. Freund Devrient gab ſich auch dieſem Gebiete lächelnd hin, ohne jedoch es ſelbſt als Erzähler zu ergänzen, denn immer iſt ihm die neckende Nennung oder die Verletzung einer Perſönlichkeit, und hätte es ſich ſelbſt um einen Gegner gehandelt, fern geblieben.

In der froheſten Stimmung brach man ziemlich ſpät von der el auf. Eine Taſſe des beſten Mokka beſänftigte die Aufgeregten, das Dampfroß Gäſte und Gaſtgeber wieder heim nach der Reſidenz führte. Das war der ſchöne Tag von Schmölln.

Edmund Iudeich.

Zur Nahrnungsſorge.

Das(nicht der) Liebig'ſche Fleiſchextract. Concentrirte Milch. Malzextracte.

Was wir eſſen müſſen, das iſt eine Lebensfrage; an dieſe reiht ſich aber auch eine andere wichtige Frage, nämlich: wie müſſen wir das Was eſſen? Um dieſe beiden Fragen dem Laien ſo beantworten zu können, daß er auch klug aus unſerer Antwort werde, möge derſelbe vorerſt mit uns einige Blicke in den Bau des menſchlichen Körpers, in deſſen Ernährung und in den Verdauungsproceß thun.

Mit dem Baue unſeres Körpers verhält es ſich auf ziemlich ähnliche Weiſe wie mit dem Baue eines Hauſes. Man braucht, wie bekannt, zu einem Hausbaue ſehr verſchiedenes Baumaterial; man braucht da z. B. Holz, Steine, Eiſen, Glas, Lehm und der⸗ gleichen mehr. Alle dieſe Stoffe müſſen aber, ihrer Beſtimmung gemäß, in beſtimmter Weiſe verarbeitet werden, ſo z. B. das Holz zu Bretern und Balken, das Eiſen zu Platten und Nägeln ꝛc. Erſt dann ſind ſie zur Herſtellung von Wänden und Räumen mit Thüren, Fenſtern, Oefen, Schlöſſern ꝛc. zu verwenden.

Ganz daſſelbe iſt der Fall mit dem Baue des menſchlichen Körpers. Es ſind dazu ebenfalls eine Anzahl ganz verſchiedener Stoffe nöthig, wie z. B. Waſſer, Eiweißſtoffe, Fette, Salze, Kalke, Eiſen ꝛc. Dieſe Stoffe müſſen nun aber auch erſt innerhalb unſeres Körpers für den Aufbau vorbereitet und zu den kleinſten Körper⸗ theilchen, wie zu Bläschen(Zellen), Fäſerchen, Röhrchen, Plättchen und Häutchen, verarbeitet werden. Erſt dann können ſie zur Zu⸗ ſammenſetzung größerer Apparate und Organe, wie der Knochen, Knorpel, Muskeln(oder Fleiſch), Nerven ꝛc., dienen.

Die einzelnen Bauſtoffe für ein Gebäude kennt Jeder durch eigene Anſchauung, die unſeres Körpers kann nur der Chemiker ausfindig machen; und ſie ſind ausfindig gemacht worden. Den Hauptbeſtandtheil(faſt drei Viertel) nicht nur des menſchlichen, ſondern auch des thieriſchen und pflanzlichen Körpers bildet das Waſſer. Es wird in allen, auch in den feſteſten Körperbeſtand⸗ theilen, angetroffen. Nach ihm ſind es die Eiweißſtoffe, welche in größter Maſſe und als Hauptgrundlage aller Gewebe unſeres Körpers auftreten. Sie werden deshalb auch Gewebs⸗ bildner genannt; ihnen verdanken wir am meiſten Kraft und Saft.

C

Die wichtigſten eiweißſtoffigen Subſtanzen unſeres Körpers führen

die Namen: Eiweiß, Faſerſtoff, Käſeſtoff, Leim. Eben⸗ falls in großer Menge und in verſchiedener Form finden ſich Fette(als Olein, Stearin, Palmitin ꝛc.) in unſerm Körper. Ohne Fett iſt der Aufbau des Körpers ganz unmöglich. Von⸗ Salzen ſind beſonders Kochſalz und Kaliſalze unentbehrlich. Auch Kalk, Eiſen, Schwefel und Phosphor, ſowie noch einige andere, meiſt an die Eiweißſubſtanzen gebundene Stoffe, ſpielen eine große Rolle bei der Zuſammenſetzung und Ernährung unſeres Körpers.

Wie bekannt, giebt es an jedem Gebäude fortwährend zu repari⸗ ren, da es ja durch die Zeit und den Gebrauch ebenſo an ſeinem Aeußeren wie in ſeinem Inneren Schaden leidet. Natürlich ſind dann die Reparaturen der ſchadhaften Theile, wenn man dieſe in ihren früheren Zuſtand zurückwünſcht, nur mit demjenigen Material, aus welchem dieſe gearbeitet waren, wieder herzuſtellen; alſo die Fenſter durch Glas, die Mauern durch Steine, die Schlöſſer durch Eiſen u. ſ. f. Ebenſo verhält es ſich mit unſerm Körper. So lange wir leben, nutzt ſich derſelbe fortwährend in allen ſeinen Theilen ab, und er kann nur dann ordentlich reparirt, dadurch aber am Leben und geſund erhalten werden, wenn das Abgenutzte aus denſelben Stoffen, aus welchen es beſtand, immerfort wieder aufgebaut wird; alſo: das Fleiſch durch Eiweiß⸗ ſtoffe, die Knochen durch Leim und Kalk, die Nerven durch Eiweiß und Fett ꝛc.

Das fortwährende Abnutzen(Abſterben) unſerer Körpertheile und das immerwährende Wiedererſetzen(Erneuern) derſelben nennt man den Stoffwechſel. So lange dieſer vor ſich geht, leben wir; hört er auf, dann ſterben wir; hat er aufgehört, ſo ſind wir todt; geht er ſchlecht und falſch von ſtatten, dann ſind wir krank. Den Stoffwechſel ordentlich im Gange zu erhalten, iſt

demnach die Aufgabe für jeden Menſchen, der leben und geſund

ſein will. 4

Das Material, mit welchem unſer Körper aufgebaut iſt, alſo: Waſſer, Eiweißſtoffe, Fette, Salze, Kalke, Eiſen, Schwefel und Phosphor ꝛc., kann der Körper ſich nicht ſelbſt erzeulgen, es muß ihm von außen zugeführt werden, und zwar, wenn