Jahrgang 
11 (1868)
Seite
163
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dor ein und ſchritt bis zum Ende deſſelben. Thür vor Friedrich und ſagte:

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ausgeſtattet war; rechts ſtand ein kleines mit blendend weißem Linnen überzogenes Bett und dahinter ein allerliebſter, mit weißem Zeug umhangener kleiner Toilettentiſch.

ſein.

gemacht iſt; ich komme gleich, rief die Stimme ein wenig ärger⸗ lich zurück, und zugleich wurde die Thür von innen eilig zuge⸗ ſchlagen.

Die Magd warf noch einen, wie es Friedrich ſchien, etwas

verwunderten und fragenden Blick auf ihn zu und ſagte dann:

Kommen Sie nur. Damit ging ſie die Treppe hinauf, bog oben in einen Corri⸗ Hier öffnete ſie eine

Treten Sie hier nur ein und warten ein wenig, Fräulein

Runde wird gleich kommen.

Damit zog ſie die Thür hinter ihm zu. Friedrich befand ſich in einem langen, ſchmalen, einfenſtrigen Zimmer, das ſehr hübſch, aber einfach und mit ſchlichten Meubeln

Wenn, wie die Stimme hinter der Thürſpalte her ange⸗

deutet hatte, dies Zimmer für ihn hergerichtet ſein ſollte, fand Friedrich es von einer überflüſſigen Zierlichkeit.

Mit ſeiner Caſernenſtube ſtand es in einem merkwürdigen Contraſt.

Am oberen Ende deſſelben, links, ſtand eine Thür halb geöffnet.

Friedrich warf ſeine Mütze auf den Tiſch und ſchritt dann

dem Fenſter zu; aber er hatte dieſes noch nicht erreicht, als ſeine

Schritte plötzlich gehemmt wurden, er vernahm das Rauſchen eines Kleides, ein paar trippelnde Schritte, und aus dem Nebenzimmer heraus blickte ein ziemlich hübſches, wenn auch ein wenig verblüh⸗ tes, von blonden Korkzieherlocken umwalltes Mädchengeſicht.

Das Geſicht drückte bei dem Anblicke des Unterofficiers das äußerſte Erſtaunen aus, die blauen, ein wenig wäſſerigen Augen waren ſo rund, wie ſie ſich ſchwerlich in Momenten größerer Ruhe zeigten.

Mit einemO du meine Güte! fuhr ſie zurück... dann, wie ſich faſſend, aber ſehr ängſtlich und raſch aufathmend, erſchien ſie wieder, trat ganz auf die Schwelle und ſagte:

Um's Himmels willen, wer ſind Sie, wie kommen Sie hierher?

Es thut mir leid, Fräulein, daß ich Sie erſchreckt habe, verſetzte Friedrich, ſeinerſeits ein wenig verlegen,aber man hat mich hier hereingewieſen, das Zimmer ſoll für mich beſtimmt

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Für Sie... für Sie beſtimmt?... iſt denn... aber das kann ja nicht ſein... dies Zimmer iſt für ein junges Mäd⸗ chen beſtimmt, das hier erwartet wird und das ich neben mich und unter meinen Schutz nehmen ſoll, und nun weiſt man Sie hier⸗ her...l iſt die alte Runde toll geworden?

Es muß dann ein Mißverſtändniß obwalten, ſagte Friedrich lächelnd,und wenn der Gedanke, daß Sie mich unter Ihren Schutz nehmen ſollen, Sie ſo empört, ſo will ich gern gehen.

Bleiben Sie nur, ich will gleich zur Runde gehen.

Ich weiß nicht, wer Fräulein Runde iſt, aber ich habe ge⸗ hört, daß ſie juſt Toilette macht und keine Audienzen giebt. Auch brauchen Sie ſich nicht zu ängſtigen, Fräulein, ich warte nur, bis ich die gnädige Frau geſprochen habe, und dann werde ich wohl ſogleich wieder abziehen.

Nun, dann werde ich hier die Thür ſchließen, ſagte die Zofe, und mit einem langen prüfenden Blick, den ſie auf den ſtattlichen Soldaten warf, verſchwand ſie in ihrem Zimmer. Nach⸗ dem ſie die Thür hinter ſich geſchloſſen, hörte Friedrich, wie ſich raſch drüben ein Nachtriegel vorſchob.

Er trat au's Fenſter und blickte in den Park auf der Rück⸗ ſeite des Hauſes hinaus. Etwa fünf Minuten lang. Dann ver⸗ nahm er, wie der Nachtriegel behutſam drüben wieder zurückgezogen wurde; die Thür öffnete ſich leiſe und der Kopf mit den Kork⸗ zieherlocken blickte wieder in ſein Zimmer hinein, mit Augen, vie weit weniger rund waren als vorher.

Sie haben vielleicht ſchon einen langen Marſch gemacht wünſchen Sie eine Erfriſchung? ſagte ſie.

Ich danke Ihnen, Fräulein, verſetzte Friedrich;ich komme heute nur aus dem Dorfe.

Das Fräulein verſchwand; die Thür ſchloß ſich wieder, Nachtriegel ſchob ſich abermals vor.

Abermals vergingen einige Minuten.

der

Dann erfolgte aber⸗

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7 mals das Friedrich ſchon bekannte Geräuſch am Schloſſe. mals ging die Thür auf und das junge Mädchen kam herein. Sie ging zu dem Toilettentiſch, nahm ein Glas von demſelben und ſagte:

Entſchuldigen Sie ich hatte mein Glas hier ſtehen laſſen.

O bitte, ich hoffe nicht, daß ich Sie wortete Friedrich.

Das junge Mädchen ſchritt raſch wieder auf ihre Thür zu, dann, an ihrer Schwelle, zauderte ſie; die Hand auf den Drücker ihres Schloſſes, fragte ſie:

Sind Sie hier erwartet, daß man Ihnen geſagt hat, es ſei ein Zimmer für Sie hergerichtet?

Ich denke, ich bin's, verſetzte Friedrich;der Doctor Roſt⸗ meyer ſendet mich mit einem Billet an die gnädige Frau; das iſt Alles, was ich weiß.

Das junge Mädchen ſchien ſo verwundert über dieſe Ant⸗ wort, daß ſie das Schloß der Thür fahren und beinahe ihr leeres Trinkglas aus der Hand fallen ließ.

Der Doctor Roſtmeyer?... nicht nein, das iſt ja nicht Mädchen?....

Das junge Mädchen bin ich nicht, erwiderte Friedrich lachend,welches junge Mädchen meinen Sie?

O, es iſt ein... Die Zofe ſtockte, indem ſie ein wenig erröthete; auch wurde ſie der Antwort überhoben, denn die vordere Thüre öffnete ſich und eine höchſt elegante, in ſchwarze Seide gekleidete, ſein und zierlich gebaute und auffallend hübſche junge Dame von lebhaften Bewegungen rauſchte herein; gleich hinter ihr wurde eine ältere, faſt um einen Kopf größere magere weib⸗ liche Geſtalt, ebenfalls in einem ſchwarzen Kleide, ſichtbar.

Hier ſoll ſie ſein! rief die Dame eiſrig aus,aber wo Sie fuhr

iſt ſie denn wer iſt dies, wer iſt dieſer Mann?! bei dieſem Ausruf erſchrocken zurück.

Um Gottes willen, das iſt ja ein Unterofſicier! rief in kreiſchendem Tone die ältere zu gleicher Zeit.

Ein Unterofficier von der reitenden Batterie des*Artillerie⸗ regiments, ſagte Friedrich, über dieſe Ausrufe befremdet und deshalb in ziemlich militäriſchem Meldeton.

Ein Unterofficier! ſagte mit der Betonung eines wahren Entſetzens die erſte Dame.

Gnädige Frau, ich war auch ſo verwundert, warf hier die Zofe dazwiſchen.

Sprechen Sie doch, was dies bedeutet, wie Sie hierher kommen, was Sie wünſchen! rief die ältere Dame aus.

Aber mein Gott, ſagte Friedrich betroffen, die drei ſo er⸗ ſchrocken vor ihm ſtehenden weiblichen Weſen anſehend,was iſt denn eigentlich, was die Damen ſo überraſcht? Der Doetor Roſtmeyer trug mir durch ein paar Zeilen auf, dies Billet hier Friedrich zog es hervorder Frau von Thorbach zu...

Der Doctor Roſtmeyer... Ihnen? Aber er ſchrieb mir doch, mein' ich, von einem Mädchen! Das ſind Sie ja gar nicht!

Dieſer Vorwurf iſt mir noch nicht gemacht worden, ant⸗ wortete Friedrich,aber es iſt allerdings richtig!

Das iſt aber doch abſcheulich! fuhr die ältere Dame, das Fräulein Runde, dazwiſchen.

Abſcheulich, daß ich kein Mädchen bin? ſagte Friedrich, dem die Sache jetzt lächerlich vorkam.In der That, hätte ich bei meiner Geburt ahnen können, daß Sie's ſo übel nehmen würden, ſo..

Es iſt richtig, rief jetzt die gnädige Frau, die unterdeſſen das Billet des Doctor Roſtmeyer an ſich genommen, aufgeriſſen und die wenigen Worte, welche es enthielt, überflogen hatte,es iſt das Pflegekind meines... des Doctors... aber Sie haben Recht, Runde, es iſt abſcheulich, uns ſo in die Irre zu führen... ich erwarte ein junges Mädchen, und es iſt ein Unterofficier von der reitenden Artillerie... das iſt denn doch zu toll, das iſt ja unerhört, was beginne ich nun mit Ihnen? ſagen Sie mir das um's Himmels willen...

Die kleine Frau ſchien außer ſich, ſie ſchien über dieſe un⸗ erwartete Wendung der Dinge den Kopf verloren zu haben.

Jedenfalls, rief die Zofe, die zweckmäßig finden mochte, dem Zorn ihrer Gebieterin zu ſecundiren,jedenfalls, hoff' ich,

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irgend genire, ant⸗

Sie?

möglich

Sie ſind doch das junge

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beginnt Fräulein Runde damit, ihn hier auszuquartieren...

Aber⸗

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