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noch kurz vor meinem Tode mich ihrer in Dankbarkeit erinnerte. Sie wird es ſchon verſtehen
„Allein, ich muß mich losreißen. — Ich ſchaute eben zum Fenſter hinaus: zwiſchen den raſch dahinziehenden Wolken ſtand ein herrlicher Stern. — Wie ſchnell die Wolken auch zogen — ſie konnten den Stern nicht ver⸗ decken. Dieſer Stern gemahnt mich an Dich, Marianne! — In dieſem Augenblicke ſchläfſt Du ruhig im Neben⸗ zimmer und ahneſt Nichts.. . Ich bin an Deine Thür geſchlichen, habe mein Ohr an dieſelbe gelebt und mir ſchien es, als hätte ich Deine reinen, ruhigen Athem⸗ züge vernommen. .. Lebe wohl! Lebe wohl! Lebet wohl, meine Freunde!“
Euer A.
„Ba! ba! Wie habe ich denn in meinem letzten Briefe vor dem Tode kein einziges Wort über unſere große Sache geſagt? — Wohl deshalb, weil man im Angeſichte des Todes nicht lügen ſoll. . . . Marianne, vergieb mir dieſe Nachſchrift. . .. Die Lüge war in mir, aber nicht in dem, woran Du glaubſt!
„Ja! noch eins! Du wirſt vielleicht denken, Marianne: er fürchtet ſich vor dem Gefängniß, in welches er gewiß geſteckt worden wäre, — und brauchte dieſes Mittel, um dem zu entgehen? — Nein; das Gefängniß an ſich iſi nicht ſo ſchrecklich; aber, im Gefängniß zu ſitzen für eine Sache, an die man nicht glaubt — das iſt zu ein⸗ fältig. Ich nehme mir das Leben — nicht aus Furcht vor dem Gefängniſſe.
„Lebe wohl, Marianne! meine reine, unberührte Marianne!“
Marianne und Sſolomin laſen nach einander dieſen Brief. Hierauf that ſie ihr Portrait und beide Papiere in ihre Taſche — und blieb regungslos ſtehen.
Sſolomin ſagte ihr: 3
„Es iſt Alles bereit, Marianne; fahren wir. — Sein Wille muß erfüllt werden.“
Marianne trat zu Neſhdanow heran, berührte mit ihren Lippen ſeine ſchon kalt gewordene Stirn — wandte ſich dann zu Sſolomin und ſagte:
„Fahren wir.“
Er nahm ſie bei der Hand und ſie verließen Beide das Zimmer.
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