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— und am Ende meines Lebens ſtehend, betrachte ich mich
als einen Greis. Ich fühle mich ſehr ſchuldig vor Eu Beiden, beſonders vor Dir, Marianne du ich Su ſo viel Kummer bereite — (ich weiß, Marianne, daß Du traurig ſein wirſt) — und ſo viel Unruhe. Aber was ſollte ich machen? Ich fand keinen anderen Ausweg! Ich verſtand mich nicht zu vergemeinleuten; da blieb mir nur übrig mich ganz auszuſtreichen.
„Marianne! Ich wäre eine Laſt für Dich und für mich geweſen. Du Großmüthige hätteſt Dich über dieſe Laſt gefreut als über ein neues Opfer. aber ich hatte kein Recht Dir dieſes Opfer aufzuerlegen: Du haſt ein größeres und ſchöneres Werk vor Dir.
„Meine Kinder! Laßt Euch durch meine Hand aus dem Jenſeit des Grabes vereinigen. — Ihr werdet es gut haben, zuſammen. Marianne, Du wirſt Sſolomin ſchließlich lieb gewinnen, und er.. er liebt Dich, ſeit er Dich zum erſten Male bei Sipjägin's ſah. Das war mir kein Geheimniß geblieben, obgleich wir einige Tage dar⸗ auf zuſammen entflohen.
„Ach, jener Morgen! wie war er ſo friſch, ſo herr⸗ lich und ſo jung! er erſcheint mir jetzt wie die Vorbe⸗ Bedeutung und das Symbol Eures zukünftigen Lebens während ich damals nur zufällig an ſeiner Statt da
war.
„Doch, es iſt Zeit zu ſchließen; ich möchte Dich nicht weich machen . . ich möchte mich nur rechtfertigen. — Morgen wird es einige ſehr ſchwere Augenblicke geben . .. aber, was iſt dabei zu thun? Es gab keinen anderen Ausweg! —
„Lebe wohl Marianne, mein prächtiges, herrliches Mädchen! — Lebe wohl Sſolomin! — Ich vertraue ſie Dir an. — Lebt glücklich, mit Nutzen für Andere; und Du, Marianne, erinnere Dich meiner nur, wenn Du
glücklich biſt. Erinnere Dich meiner als eines Menſchen, der auch ehrlich und gut war, für den es ſich aber beſſer ſchickte zu ſterben, als zu leben.
„Ob ich Dich mit dem Gefühle der Liebe geliebt? — ich weiß es nicht, theure Freundin! aber ich weiß, daß ich niemals ein mächtigeres Gefühl erfahren, und daß mir der Tod noch ſchrecklicher wäre, weun ich dieſes Gefühl nicht mit mir in's Grab nähme.
„Marianne! wenn Dir jemals ein Mädchen Namens Maſchurin begegnet, — Sſolomin kennt ſie, und auch Du haſt ſie, glaube ich, geſehen — ſo ſage ihr, daß ich


