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Sſolomin ergriff Mariannens Hand. Er legte ihre vereinigten Hände auf Neſhdanow's Bruſt neben die Wunde. ſtand gerade und ſtreng da, finſter wie die
acht.
Neſhdanow fing wieder an zu ſchluchzen, aber in einer ganz ungewöhnlichen Weiſe .. ſeine Bruſt hob ſich, und die Seiten waren eingezogen ..
Er mühte ſich offenbar ab, ſeine Hand auf die ver⸗ einigten Hände zu legen . . aber ſeine Hände waren ſchon todt.
„Er ſtirbt, — flüſterte die an der Thür ſtehende Tatjana, — und ſchlug ein Kreuz.
Das Schluchzen wurde ſeltener, kürzer. . ſeine Augen ſuchte noch Mariannen allein ſie umflorten ſich ſchon von innen heraus mit einem ſchauerlichen Weiß. . ..
„Gut“. war ſein letztes Wort.
Er war nicht mehr am Leben . . — und die vereinig⸗ ten Hände von Sſolomin und Marianne lagen noch immer auf ſeiner Bruſt.
Der Inhalt der beiden, von ihm zurückgelaſſenen, kurzen Briefe war folgender. Der Eine war an Sſilin adreſſirt und enthielt nur wenige Zeilen:
„Lebe wohl, Freund und Bruder, lebe wohl! Wenn Du dieſes Blättchen erhältſt, werde ich nicht mehr ſein. Frage nicht wie, warum, — und betraure mich nicht; wiſſe, daß mir jetzt wohl iſt. Nimm unſeren unſterb⸗ lichen Puſchkin zur Hand und lies in dem „Eugen Onegin“ die Beſchreibung von Lensky's Tode u. ſ. w... Das iſt Alles. — Zu ſagen habe ich Dir Nichts. .. denn ich müßte zu viel ſagen, und die Zeit fehlt mir.
1 Aber ich wollte nicht ſcheiden, ohne Dich davon zu be⸗ nachrichtigen; Du hätteſt ſonſt meiner noch als eines
Lebenden gedacht, und ich hätte mich an unſerer Freund⸗ ſchaft verſündigt. Lebe wohl! Lebe.“
Dein Freund A. N.
Der andere Brief war etwas länger. Er war an
Sſolomin und Marianne adreſſirt. Er enthielt Folgendes: —„Meine Kinder!“
(Hier brach der Brief gleich ab; es war Etwas aus⸗ geſtrichen oder vielmehr verwiſcht, wie von darauf herab⸗ geſallenen Thränen.)
„Ihr werdet es vielleicht ſonderbar finden, daß ich Euch ſo nenne; ich bin ja noch faſt ein Kind — und Du Sſolomin biſt gewiß älter als ich. Allein — ich ſterbe
Turgenieff. Neuland. 18
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