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Neuland : Roman / von Iwan Turgéniew
Entstehung
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Als die Polizei einige Stunden ſpäter in die Fabrik einfiel — ſo fand ſie Neſhdanow freilich — jedoch — als Leiche. Tatjana hatte ihn ſauber gekleidet, hatte ihm ein weißes Kiſſen unter den Kopf gelegt, die Hände gefaltet und ſogar ein Blumenbouquet neben ihn auf ein kleines Tiſchchen geſtellt. —

Paul, der alle nöthigen Inſtructionen erhalten hatte, empfing die Polizei⸗Beamten mit der größten Unter⸗ würfigkeit, doch nicht ohne einen gewiſſen Hohn, — ſo daß dieſe nicht wußten, ob ſie ihm danken, oder ihn auch arretiren ſollten. Er erzählte ihnen umſtändlich alle Ein⸗ zelheiten des Selbſtmordes und bewirthete ſie mit Käſe und Madeira; — was aber den Aufenthalt Sſolomin's und des fremden Fräuleins anbetraf, ſo erklärte er ſich vollkommen unwiſſend; — er beſchränkte ſich auf die Ver⸗ ſicherung, daß Waſſili Fedotitſch niemals lange abweſend ſei — der Geſchäfte wegen; — daß er wohl heute oder morgen nach Hauſe kommen würde und dann, ohne einen Augenblick zu verlieren, ſeine Ankunft in der Stadt melden würde. — Er ſei in allen Dingen ein ſehr pünktlicher Menſch!

So zogen denn die Herren Polizeibeamten unverrich⸗ teter Sache wieder ab, ſtellten Wachen bei dem entſeelten Körper auf und verſprachen eine gerichtliche Unterſuchung des Selbſtmörders einzuſetzen.

Achtunddreißigſtes Capitel.

Zwei Tage nach allen dieſen Ereigniſſen — fuhr ein kleines Wägelchen zu dem „gefälligen“ Prieſter Soſſim auf den Hof. In demſelben ſaßen ein Herr und eine Dame, die uns ſchon bekannt ſind; — den Tag nach ihrer Ankunft ließen ſie ſich mit einander trauen. Bald darauf verſchwanden ſie und der gute Soſſim grämte ſich gar nicht um das, was er gethan hatte.

Auf der Fabrik, die Sſolomin verlaſſen hatte, fand ſich ein, an den Beſitzer derſelben adreſſirter Brief vor, der ihm durch Paul zugeſtellt wurde. In dieſem Briefe ſtattete er über die Lage des Geſchäftes (ſie war glänzend) einen vollen und genauen Bericht ab, und bat um einen dreimonatlichen Urlaub. Dieſer Brief war zwei Tage vor dem Tode Neſhdanow's geſchrieben worden, woraus zu ſchließen iſt, daß Sſolomin es damals ſchon für nöthig