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„Erlauben Sie, Herr Paklin“, brachte Sipjänin, immer mit derſelben Genauigkeit hervor, ich achte das Gefühl der Freundſchaft, welches Ihnen Ihre „Denegation“ ein⸗ giebt (Welch ein Guizot! dachte bei ſich der Gouverneur.) Aber ich nehme mir heraus mich ſelbſt Ihnen als Bei⸗ ſpiel hinzuſtellen. Glauben Sie nicht, daß das verwandt⸗ ſchaftliche Gefühl in mir eben ſo ſtark iſt, wie Ihr Gefühl der Freundſchaft? — Aber es giebt noch ein anderes Ge⸗ fühl, hochgeſchätzter Herr, welches noch mächtiger iſt, und alle unſere Handlungen und Thaten leiten muß: — und das iſt das Gefühl der Pflicht!“
„Le sentiment du devoir!“ erläuterte Kallomeyzew. S umfaßte die beiden Sprecher mit einem
icke.
„Herr Gouverneur,“ ſagte er, „ich wiederhole meine Bitte, befehlen Sie mich von dieſen Schwätzern fortzu⸗ bringen.“
Jetzt aber riß dem Gouverneur etwas die Geduld
„Herr Markelow!“ rief er: „ich würde Ihnen in Ihrer Lage mehr Beherrſchung Ihrer Zunge und mehr Achtung vor der Obrigkeit anrathen.. beſonders wenn patriotiſche Gefühle gleich denen ausgeſprochen werden, die Sie ſo⸗ eben von den Lippen Ihres beau frére vernommen! — Ich werde mich glücklich ſchätzen, mein lieber Boris,“ fügte der Gouverneur, zu Sipjägin gewandt, hinzu, „Deine edle Handlungsweiſe zur Kenntniß des Miniſters zu bringen. — Bei wem aber befindet ſich denn eigentlich dieſer Herr Neſhdanow — auf jener Fabrik?“
Sipjägin runzelte die Stirn.
„Bei einem gewiſſen Herrn Sſolomin, dem erſten dortigen Mechaniker, wie mir Herr Paklin hier geſagt hat.“ ESs ſchien Sipjägin ein ganz beſonderes Vergnügen zu gewähren, den armen Sſila zu quälen: er rächte ſich jetzt an ihm für die gute Cigarre, die er ihm im Wagen gegeben, für die familiäre Höflichkeit ſeiner Behandlung und reizte ihn in einer herausfordernden Weiſe.
„Auch dieſer Sſolomin“, fiel Kallomeyzew ein, „iſt unzweifelhaft ein Radikaler und ein Republikaner; — und Ew. Ercellenz würde gut thun, ihre Aufmerkſamkeit auch auf den zu richten.“
„Kennen Sie dieſe Herren Sſolomin . . und wie heißt er doch. YNeſhdanow?“ fragte der Gouverneur Markelow, etwas näſelnd, im Tone eines Vorgeſetzten.
„Und Sie, Ercellenz, — kennen Sie Confucius und Titus Livius?“


