Neſhdanow trat etwas auf die Seite, um ſie Beide durchgehen zu laſſen ſeine Augen drückten noch immer einen vollſtändigen Mangel an Verſtändniß aus. Hierauf machte er ein paar Schritte und ſetzte ſich, mit dem Geſicht zu Mariannen gekehrt, auf einen Stuhl.
„Alerei, ſagte ſie ihm, „Alles iſt entdeckt. Die Bauern, die Markelow aufwiegeln wollte, haben ihn er⸗ riffen. Er ſitzt in der Stadt unter Arreſt, und jener kaufmann, bei welchem Du zu Mittag ſpeiſ teſt, ebenfalls; wahrſcheinlich wird die Polizei bald auch nach uns kommen. — Paklin iſt zu Sipjägins gefahren.“
„Weshalb?“ flüſterte kaum hörbar Neſhdanow. Aber ſeine Augen waren wieder klar — das Geſicht hatte ſeinen Ausdruck angenommen. Der Rauſch war ver⸗
ogen.
„Um zu verſuchen, ob er ſich nicht verwenden wird.“
Neſhdanow richtete ſich auf.
„Für uns?“
„Nein, für Markelow. Er wollte auch für uns bitten aber ich verbot es ihm. Habe ich gut daran gethan, Alexei?“
„Ob Du gut daran gethan haſt?“ ſprach Neſhdanow, und ſtreckte die Hände ohne ſich vom Stuhle zu erheben, nach ihr aus. — „Ob Du gut gethan?“ wiederholte er — und, indem er ſie zu ſich heran zog, lehnte er das Geſicht an ihre Geſtalt und brach in Thränen aus.
„Was iſt Dir? Was iſt Drr?“ rief Marianne. Wie jenes erſte Mal, wo er mit bedrücktem Herzen in einer plötzlichen, leidenſchaftlichen Aufwallung vor ihr auf die Knie geſunken war, legte ſie ihre beiden Hände auf ſein bebendes Haupt. Aber was ſie jetzt fühlte, war ſchon ganz etwas Anderes, als damals. — amals hatte ſie ſich ihm ganz hingegeben, hatte ſie ſich ihm unterworfen und darauf gelauſcht, was er ihr ſagen würde.
Jetzt bemitleidete ſie ihn und dachte nur daran ihn zu beruhigen.
„Was iſt das?“ wiederholte ſie. „Worüber weinſt Du? Doch nicht, weil Du in einem etwas ſonderbaren Zuſtande nach Hauſe kommſt? Unmöglich! — Oder thut Dir Markelow keid — oder fürchteſt Du für mich und für Dich? Oder beklagſt Du das Fehlſchlagen unſerer Hoff⸗ nungen? Du konnteſt doch unmöglich erwarten, daß Alles glatt abgehen würde!“
Neſhdanow erhob plbtzlich den Kopf.
„Nein Marianne,“ ſagte er, ſein Schluchzen gewalt⸗


