——˖.—
24
„um Etwas zu beißen und zu brechen zu haben. und nun für eine Zeit lang Euch Allen zu entgehen,“ ſetzte er für ſich hinzu.
„Nun, natürlich, natürlich! Darum ſage ich Dir eben: ſtudire! — Was aber dieſer Herr für einen Wohlgeruch zurückgelaſſen hat!“ Paklin zog die Luft mit der Naſe ein. „Das alſo iſt jenes ächte „ampré,“ von welchem die Frau des Stadtarztes im „Reviſor“ träumte!“
„Er hat den Fürſten G. über mich ausgeforſcht,“ ſagte Neſhdanow dumpf, das Geſicht wiederum ins Fenſter ſteckend — „da iſt ihm wahrſcheinlich meine ganze Geſchichte bekannt.“
„Nicht: wahrſcheinlich — aber: gewiß! Was liegt denn daran? Ich will wetten, daß ihm gerade das den Gedanken eingegeben hat, Dich zum Lehrer zu nehmen. Was man auch ſagen mag — Du biſt ſelbſt Ariſtokrat — dem Blute nach. Folglich gehörſt Du zu den Ihrigen! Allein, ich bin bei Dir hängen geblieben; es iſt Zeit, daß ich in mein Comptoir gehe — zu den Exploitionen! Auf Wiederſehn, Bruder!“ Paklin ging zur Thür, blieb aber ſtehen und kehrte um. „Höre, Aljoſha,“ ſagte er mit einſchmeichelnder Stimme — Du haſt mir eben abgeſchlagen — Du wirſt jetzt Geld haben, ich weiß es — erlaube mir aber dennoch eine Kleinigkeit wenigſtens für die allgemeine Sache darzubringen. — Ich kann nichts Anderes thun — alſo mit der Taſche wenigſtens! Sieh, ich lege eine zehnrubelige Banknote auf den Tiſch! Wird ſie angenommen?“ Neſhdanow antwortete Nichts, und rührte ſich nicht. „Schweigen — iſt ein Zeichen der Zuſtimmung! Danke!“ rief Paklin vergnügt, und verſchwand. Neſhdanow blieb allein . . . . Er fuhr fort durch die Scheibe des Fenſters in 3 engen, dämmrigen Hof hin⸗ abzuſehen, in welchen ſelbſt im Sommer kein Sonnen⸗ ſtrahl eindrang — und dunkel war auch ſein Geſicht.
Neſhdanow war, wie wir bereits wiſſen, der Sohn
des Fürſten G., eines reichen Generaladjutanten — und Rder Gouvernante ſeinerTöchter, eines hübſchen Stiftsfräuleins, das am Tage ſeiner Geburt ſtarb. Die erſte Erziehung erhielt Neſhdanow in der Penſion eines Schweizers, der ein erfahrener und ſtrenger Pädagoge war; — hierauf trat er in die Univerſität ein. Er ſelbſt wünſchte Juriſt zu werden, allein ſein Vater, der General, welcher Nihiliſten haßte, beſtimmte ihn für die „Aeſthetik,“ wie Neſhdanow „
3


