20
„Ich willige ein gewiß. „erwiderte Neſhda⸗ now „und werde mich bemühen Ihr Vertrauen zu recht⸗ fertigen. — Erlauben Sie mir jedoch Sie gleich jetzt von dem Einen zu benachrichtigen: ich bin bereit der Lehrer Ihres Sohnes, aber nicht ſein Gouverneur zu ſein. Ich bin deſſen nicht fähig — und will mich auch nicht zum Sklaven machen, mich nicht meiner Freiheit begeben.“
Sipjägin fuhr leicht mit der Hand durch die Luft,
als wollte er eine Fliege abwehren.
„Beruhigen Sie ſich, mein Liebſter . . Sie ſind nicht aus dem Mehl, aus dem Gouverneure gebacken werden; — ich brauche auch keinen Gouverneur. Ich ſuche einen Lehrer — und habe ihn ſden Nun — und die Be⸗ dingungen, die Geldfrage? das verachtete Metall?“ on Neſhdanow zögerte. Er wußte nicht was er ſagen S „Hören Sie“ ſprach Sipjägin, indem er ſich mit dem ganzen Körper vorbeugte und mit ſeinen Fingerſpitzen freundlich Neſhdanows Knie berührte: „unter ordentlichen Leuten ſind dergleichen Fragen mit einem Worte gelöſt. Ich biete Ihnen hundert Rubel monatlich; die Reiſekoſten hin und zurück trage ich natürlich. — Sind Sie damit zufrieden?“
Neſhdanow erröthete wieder.
„Das iſt weit mehr, als ich zu verlangen beabſichtigte enn ich
„Vortrefflich, vortrefflich . . .“ unterbrach ihn Sipjägin. „Ich ſehe die Sache als entſchieden an und — betrachte Sie als meinen Hausgenoſſen.“
Er erhob ſich von ſeinem Stuhle — er war plötzlich heiter und erleichtert, als hätte er ein Geſchenk erhalten. Alle ſeine Bewegungen drückten Familiarität und ſogar Scherzhaftigkeit aus.
Wir reiſen in dieſen Tagen ab,“ ſagte er in frei⸗ müthigem Tone: „ich liebe es dem Frühling auf dem Lande entgegenzuſehen, obgleich ich nach der Art meiner Be⸗ ſchöftigung ein proſaiſcher Menſch und an die Stadt ge⸗ kettet bin .. Erlauben Sie, daß ich Ihren erſten Monat von dem heutigen Tage an rechne. Meine Frau und mein Sohn ſind jetzt bereits in Moskau. Sie iſt voraus gereiſt. Wir werden ſie auf dem Lande . im Schvoße der Natur finden. Wir Beide werden zuſammen reiſen, als Junggeſellen . . . Ha! ha!“ Sipjägin lachte näſelnd, coquett und kurz auf. „Jetzt aber .
Er zog ein kleines Portefeuille aus oxydirtem Silber
„


