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Neuland : Roman / von Iwan Turgéniew
Entstehung
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Er war ſo ſehr in dieſe Gedanken vertieft, daß er den Mund ſelbſt dann nicht öffnete, als Sipjägin nach beendigter Rede ſchwieg und nun ſeine Antwort erwartete. Sipjägin ließ ſeinen Blick in den Winkel gleiten, in welchen Paklin ſich zurückgezogen hatte, und ihn ebenſo wie Neſhdanow mit den Augen verſchlang. Ob nicht die Gegenwart dieſer dritten Perſon Neſhdanow hinderte ſich auszuſprechen?

Sipjägin zog die Augenbrauen in die Höhe und er⸗ gab ſich in die Seltſamkeit der Umgebung, in die er mit ſeinem eigenen Willen gerathen war; — er erhob ſeine Stimme zugleich mit ſeinen Augenbrauen und wiederholte ſeine Frage.

Neſhdanow fuhr auf.

Gewiß,“ ſagte er etwas haſtig: „ich willige ein . . . mit Vergnügen . . obgleich ich geſtehen muß, daß ich nicht umhin kann mich zu wundern da ich gar keine Empfehlungen habe, und ſelbſt die Anſichten, die ich vor⸗ geſtern im Theater äußerte Sie eher von mir ab⸗ wenden ſollten . .

„Da irren Sie ſehr, lieber Alexei.. Alexei Dmitrie⸗ witſch? es iſt doch ſod“ ſagte lächelnd Sipjägin. „Ich wage zu behaupten, daß ich für einen Mann von liberalen, progreſſiven Geſinnungen bekannt bin; da ſind denn im Gegen⸗ theil Ihre Anſichten mit Abzug deſſen, was der Jugend eigen iſt welche — nehmen Sie es mir nicht übel — zu einiger Uebertreibung neigt — den Meinigen durchaus nicht wider⸗ ſprechend — ſie gefallen mir ſogar in ihrer jugendlichen Wärme.“

Sipjägin ſprach ohne jeden Anſtoß. Wie Honig und Oel floß ſeine abgerundete, gleichmäßige Rede dahin.

Meine Frau theilt meine Denkweiſe,“ fuhr er fort: „ihre Anſchauungen kommen den Ihrigen vielleicht noch näher; das iſt begreiflich — ſie iſt jünger! Als ich am Tage nach unſerem Begegniß in den Zeitungen Ihren Namen las, den Sie, es ſei hier bemerkt, gegen die her⸗ gebrachte Sitte zugleich mit Ihrer Adreſſe angegeben hatten — (ich hatte im Theater auch Ihren Namen erfahren) ſo „ ſo machte mich dieſer Umſtand betroffen . Ich ſah in ihm. . . . in dieſem Zuſammenfallen, einen — verzeihen Sie den abergläubiſchen Ausdruck — einen Fingerzeig des Schickſals! — Sie erwähnten einer Em⸗ pfehlung: — Ihre äußere Erſcheinung, Ihre Perſönlichkeit weckt meine Sympathie. Das iſt mir genug. Ich bin ge⸗ wohnt meinen Augen zu glauben. Und ſo — kann ich hoffen? Willigen ſie ein?“ —

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