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Neuland : Roman / von Iwan Turgéniew
Entstehung
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jungen Generation“, ſeine Meinung über daſſelbe ver⸗

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Der verwunderte und faſt erſchreckte Neſhdanow ant⸗ wortete anfangs abgebrochen und einſilbig . . ſein Herz ſchlug ihm ſogar; dann ärgerte er ſich aber über ſich ſelbſt, daß er ſo aufgeregt ſein konnte. War er nicht ein Menſch wie Alle? — und fing an, ſeine Meinung auseinanderzu⸗ ſetzen, ohne ſich zu geniren oder etwas zu verhehlen, zu⸗ letzt ſogar ſo laut und lebhaft, daß er ſeinen Nachbar den Sternträger offenbar beunruhigte.

Neſhdanow war ein warmer Anhänger Oſtrowsky's, allein, bei aller Achtung vor dem Talente, welches der Autor in dem Luſtſpiele: „Setze Dich nicht in einen fremden Schlitten“ an den Tag legte, konnte er die offenbare Abſicht deſſelben, in der carrikirten Figur des Wiehoremw die Civiliſation herabzuſetzen, doch nicht gut heißen.

Der höfliche Nachbar hörte ihm mit großer Aufmerk⸗ ſamkeit und Theilnahme zu — und redete ihn im nächſten Zwiſchenacte wieder an. Diesmal ſprach er aber nicht über die Komödie Oſtrowsky's, ſondern über verſchiedene ge⸗ ſellſchaftliche, wiſſenſchaftliche und ſelbſt politiſche Gegen⸗ ſtände. Er intereſſirte ſich offenbar für ſeinen jungen, beredten Geſellſchafter.

Neſhdanom hielt, wie früher, nicht zurück, er ging ſogar, wie man zu ſagen pflegt — mit allen Segeln. „Wenn Du mich denn ausholen willſt — da haſt Du!“ In ſeinem Nachbar, dem Generale, erweckte er nun ſchon nicht mehr Unruhe, ſondern Unwillen und Mißtrauen.

Als das Luſtſpiel zu Ende war, verabſchiedete ſich Sipjägin ſehr wohlwollend von Neſhdanow, zeigte aber kein Verlangen, deſſen Namen zu erfahren und nannte auch den ſeinigen nicht.

Indem er auf der Treppe ſeinen Wagen erwartete, ſtieß er auf einen guten Freund, den Flugeladjutanten Fürſt G. „Ich habe Dich aus der Loge beobachtet,“ ſagte ihm der Fürſt, wobei ſich ein Lächeln hinter ſeinem par⸗ fümirten Schnurrbarte verbarg: „Weißt Du denn mit wem Du Dich da unterhalten aſtt⸗ — „Nein, ich weiß es nicht; aber Du?“ — „Er iſt nicht dumm, nicht wahr? ah?“ — „Ein ganz geſcheuter Junge! wahr iſt es!“ — Hier neigte ſich der Fürſt zu ſeinem Ohr hinab und flüſterte ihm auf Franzöſiſch zu: — „Mein Bruder. Ja; er iſt mein Bruder. Ein unehelicher Sohn meines Vaters . Er heißt Neſhdanow. Ich erzähle Dir das einmal . Mein Vater hatte es gar nicht erwartet, darum hat er

Turgenieff. Neuland. 2