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Neuland : Roman / von Iwan Turgéniew
Entstehung
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geſprochen oder auch nur die leiſeſte Bewegung gemacht. Die Augen Aller waren zur Erde geſenkt; das Geſicht Oſtrodumows trug einen concentrirten, geſchäftlichen Aus⸗ druck, Neſhdanow ſah boshaft aus, Paklins Geſicht drückte etwas Geſpanntes aus und die Maſchurin — für ſie war es eine gottesdienſtliche Handlung.

So vergingen wohl zwei Minuten . . . dann wurden Alle etwas verlegen. Paklin fühlte zuerſt das Bedürfniß, das Schweigen zu brechen.

„Nun?“ begann er, „wird mein Opfer auf dem Altare des Vaterlandes angenommen, oder nicht? Darf ich, —

wenn auch nicht die ganzen fünfzig, fo doch wenigſtens fünfundzwanzig oder dreißig Rubel darbringen, für die allgemeine Sache?“

Neſhdanow fuhr plötzlich auf. Der Aerger ſchien ſich in ihm angeſammelt zu haben . Die feierliche Ver⸗ brennung des Briefes hatte denſelben gerade nicht ver⸗ mindert — er bedurfte nur eines Anlaſſes, um auszu⸗ brechen.

„Ich habe Dir ja ſchon geſagt, daß es nicht nöthig iſt — nicht nöthig . . nicht nöthig! Ich werde das nicht Luſſer und nicht annehmen. Ich bedarf Niemandes

he

„Nun, Bruder,“ ſagte Paklin, „ich ſehe: wenn Du auch ein Revolutionär biſt — Du biſt kein Demokrat!“

Sage es nur gerade heraus, daß ich ein Ariſtokrat bin!“

„Ja, Du biſt in der That Ariſtokrat . in gewiſſer Beziehung.“

Neſhdanow lachte gezwungen.

„Das heißt. Du willſt damit andeuten, daß ich ein unehelicher Sohn bin. Du bemühſt Dich umſonſt, mein Lieber ich vergeſſe das auch ohnedies nicht.“

Paklin ſchlug die Hände zuſammen.

„Aljoſha, mein Lieber! was iſt Dir? Wie kannſt Du meine Worte ſo auffaſſen! Ich erkenne Dich heute gar nicht wieder.“

Neſhdanow machte eine ungeduldige Bewegung mit dem Kopfe und mit den Schultern.

„Der Arreſt Baſſanows hat Dich betrübt. — Er hat ſich ja aber ſelbſt ſo unvorſichtig benommen ..

„Er hat ſeine Ueberzeugung nicht verborgen,“ fiel die Sſi finſter ein, „es iſt nicht an uns, ihn zu ver⸗ ammen.“