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„Ja, er hätte aber auch der Anderen gedenken ſollen, die er jetzt compromittiren kann.“
„Warum denken Sie ſo von ihm?“ ließ Oſtrodumow ſeinerſeits hören. „Baſſanow iſt ein Mann von feſtem Charakter; er wird Niemand verrathen. Und was die Vorſicht anbetrifft . . . wiſſen Sie was, Herr Paklin? — Es iſt nicht Allen gegeben vorſichtig zu ſein!“
Paklin fühlte ſich beleidigt und wollte Etwas erwidern, aber Neſhdanow hielt ihn davon on:
„Meine Herrſchaften,“ rief er, „thun Sie mir den Ge⸗ fallen, laſſen Sie für den Augenblick die Politik bei Seite.“
Es entſtand ein Schweigen.
„Ich bin heute Skoropichin begegnet,“ ſprach endlich Paklin, „dem Kritiker, Aeſthetiker und Enthuſiaſten des ruſſiſchen Reiches. Was iſt das für ein unerträgliches Geſchöpf! Er i und ziſcht immer auf — ganz wie eine Flaſche voll ſchlechtem, ſaurem Kwas. — Der Kellner hat im Laufen ſeinen Finger ſtatt des Pfropfens hinein⸗ geſteckt, eine angeſchwollene Roſine iſt im Halſe ſtecken ge⸗ blieben — es ſpritzt und pfeift, — aber wenn der ganze Schaum hinausgefloſſen iſt, ſo bleiben nur wenige Tropfen einer ganz abſcheulichen Flüſſigkeit nach, die Niemandes Durſt ſtillen kann — und nur Leibſchneiden verurſacht. — Ein höchſt ſchädliches Individuum für alle jungen Leute!“
Der Vergleich, den Paklin gewählt, war richtig, treffend, rief aber auf keinem Geſichte ein Lächeln hervor. Nur Oſtrodumow bemerkte, daß junge Leute, welche fähig ſeien ſich für Aeſthetik zu intereſſiren, kein Bedauern einflößen könnten, ſelbſt wenn ſie von Skoropichin in die Irre ge⸗ führt würden.“
„Aber, erlauben Sie, hören Sie,“ rief Paklin lebhaft, er erhitzte ſich um ſo mehr, je weniger Mitgefühl er em⸗ pfand. „Geſetzt, die Frage iſt hier keine politiſche, ſo iſt ſie dennoch wichtig. Wenn man Skoropichin reden hört, ſo taugt jedes alte Kunſtwerk ſchon deshalb Nichts, weil es alt iſt. In dieſem Falle wäre ja Kunſtfertigkeit, die Kunſt überhaupt ichts weiter als Mode — und es ver⸗
lohnte ſich nicht, ein ernſtes Wort darüber zu ſprechen.
enn in ihr nichts Unwandelbares, Ewiges iſt, ſo — hole ſie der Teufel. In der Wiſſenſchaft, in der Mathe⸗ matik z. B. da rechnet Ihr doch nicht Euler, Laplace, Gauß, zu dem abgethanen Alltäglichen? Ihr ſeid doch bereit, die Autorität dieſer Männer anzuerkennen? — aber ſind denn Raphael und Mozart Dummköpfe? — Sträubt ſich denn Euer Stolz gegen ihre Autorität? Die Geſetze


