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Neuland : Roman / von Iwan Turgéniew
Entstehung
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Als die Maſchurin und Oſtrodumow dieſes Köpfchen gewahr wurden, nahmen ihre Mienen ſogleich den Aus⸗ druck einer gewiſſen nachſichtsvollen Verachtung an, als ob ein jeder von ihnen innerlich ausgerufen hätte: „Ach, Der!“ — und ſie ließen kein Wörtchen fallen; ſie rührten ſich auch nicht einmal.

Der neueingetretene Gaſt wurde übrigens durch den ihm gewordenen Empfang durchaus nicht in Verlegenheit geſetzt; derſelbe ſchien ihm ſogar eine gewiſſe Befriedigung zu gewähren.

„Was hat das zu bedeuten?“ — brachte er mit feiner, durchdringender Stimme hervor. — „Ein Duett? — Warum kein Trio? Und wo iſt denn der erſte Tenor?“

„Ihre Wißbegierde betrifft wohl Neſhdanow, Herr Paklin?“ — fragte Oſtrodumow ernſt.

„Ganz recht, Herr Oſtrodumow: Neſhdanow.“

„Er kommt wohl bald, Herr Paklin.“

„Sehr angenehm das zu vernehmen, Herr Oſtrodumow.“

Das ſchwächliche Männchen wandte ſich zu der Maſchurin.

Sie ſaß mit finſterer Miene da und fuhr gemächlich fort ihre Cigarre zu rauchen.

„Wie geht es Ihnen, liebſte liebſte . .. Aber wie ärgerlich das doch iſt! Immer vergeſſe ich Ihren Tauf⸗ und Vaternamen!“

Die Maſchurin zuckte die Achſeln.

„Sie brauchen ihn ja auch nicht zu wiſſen! Mein Familienname iſt Ihnen ja bekannt. Iſt das nicht genug? Und was das für eine Frage iſt: wie geht es Ihnen?

Sehen Sie denn nicht, daß ich lebe?“ „Vollkommen, vollkommen richtig!“ rief Paklin aus, indem er die Naſenflügel aufblies und die Augenbrauen zuſammenzog — „wenn Sie nicht am Leben wären, ſo hätte Ihr ergebener Diener nicht das Vergnügen, Sie hier zu ſehen und ſich mit Ihnen zu unterhalten! — Nehmen Sie meine Frage für eine veraltete, ſchlechte Gewohnheit. Und auch in Bezug auf den Tauf⸗ und Vaternamen .. Sehen Sie, es iſt ſo ungeſchickt einfach „Maſchurin!“ zu ſagen. — Es iſt mir freilich bekannt, daß Sie ſich auch in Ihren Briefen nicht anders als: Bonaparte! — d. h. unterſchreiben! — Dennoch aber . . . im Ge⸗ präch

„Wer bittet Sie denn ſich mit mir zu unterhalten?“

Paklin lachte nervös, als ſtickte er.

„Nun, laſſen Sie es gut ſein, Sie Liebe, Herzige;