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„Im Briefe?“
„Ja; im Briefe!“
Die Maſchurin warf das ſchwere Haar zurück. Hinten unordentlich in einen kleinen Zopf aufgegriffen, fiel es vorn über Stirne und Brauen.
„Nun?“ ſprach ſie — „wenn die Anordnung getroffen wird, ſo iſt dagegen Nichts einzuwenden.“
„Natürlich nicht. Aber ohne Geld geht es durchaus nicht; doch wo ſollen wir es hernehmen, dieſes Geld?“
Die Maſchurin ſann nach.
„Neſhdanow muß es ſchaffen,“ — ſagte ſie halblaut, wie vor ſich hin.
„Ich bin eben deshalb gekommen,“ — bemerkte Oſtrodumow.
„Haben Sie den Brief bei ſich?“ — fragte plötzlich die Maſchurin.
„Ja, ich habe ihn. Wollen Sie ihn leſen?“
„Geben Sie ihn her; oder nein . es iſt nicht nöthig, wir wollen ihn zuſammen leſen . . . ſpäter.“
„Es iſt ſo wie ich ſage —“ murmelte Oſtrodumow. „Zweifeln Sie nicht daran.“
„Ich zweifle auch gar nicht.“
Und Beide wurden wieder ſtill und es entſtiegen, wie früher, nur Rauchwolken den verſtummten Lippen und zogen in ſchwach kräuſelnder Bewegung über ihren, mit üppigem Haarwuchſe bedeckten Köpfen hinweg.
Im Vorzimmer wurde das Schurren von Galoſchen hörbar.
„Da iſt er,“ — flüſterte die Maſchurin.
Die Thür ging ein wenig auf und in der Heffnung neigte ſich ein Kopf — aber es war nicht Neſhdanow's Kopf.
Es war ein rundes Köpfchen mit ſchwarzem, ſtruppigem Haar, mit einer breiten, gerunzelten Stirn, braunen, über⸗ aus lebhaften Augen unter den dichten Brauen, mit einer entenartig aufgeworfenen Naſe und einem kleinen, voſigen, poſſierlich gebildeten Munde. 6
Das Köpfchen ſchaute um ſich und nickte und lächelte, wobei eine Menge kleiner, weißer Zähnchen zum Vorſchein kamen — und trat dann ſammt ſeinem ſchwächlichen Ober⸗ körper, den kurzen Armen und den ein wenig krummen und ein wenig lahmen Beinchen vollends in's Zimmer hinein.


