und rauchte eine Papiros. Als ſie den eintretenden
DOſtrodumow erblickte, reichte ſie ihm ihre breite, rothe Hand.
Dieſer drückte ſie ebenfalls ſchweigend, — ließ ſich auf einen Stuhl nieder und zog aus der Seitentaſche eine halbzerbrochene Cigarre heraus.
Die Maſchurin gab ihm Feuer — er zündete ſie an und Beide begannen nun, ohne ein Wort zu reden — und ſelbſt ohne einen Blick zu wechſeln, bläuliche Rauch⸗ wölkchen in die ohnehin ſchon trübe, von Tabaksdampf getränkte Luft des Zimmers aufſteigen zu laſſen.
Dieſe beiden Raucher hatten etwas Gemeinſames, ob⸗
gleich ſie ſich in ihren Geſichtszügen gar nicht ähnlich ſahen.
In dieſen beiden unordentlichen Figuren mit den groben Lippen, Zähnen, Naſen Oſtrodumow war zudem noch ſprach ſich Ehrlichkeit, Ausdauer und Arbeits⸗ uſt aus.
„Haben Sie Neſhdanow geſehen?“ — fragte endlich Oſtrodumow.
„Ich habe ihn geſehen; er wird gleich hier ſein. Er ging, um Bücher in die Bibliothek zu tragen.“
Oſtrodumow ſpie leicht auf die Seite.
„Was läuft er jetzt denn immer herum? Man trifft ihn ja niemals.“
Die Maſchurin nahm eine zweite Cigarrette heraus.
„Er grämt ſich,“ — ſagte ſie, indem ſie die Cigarrette ſorgfältig anrauchte.
„Grämt ſich!“ — wiederholte vorwurfsvoll Oſtro⸗ dumow. — Welche Empfindelei! Man ſollte denken, ſo⸗ wohl er als wir hätten Nichts zu thun. Hier helfe Gott alle Geſchäfte wie es ſich gehört zu bearbeiten — und er grämt ſich!“
„Iſt kein Brief aus Moskau angekommen?“ fragte
die Maſchurin nach einer kleinen Weile.
„Es iſt einer angekommen . .. vorgeſtern.“ „Haben Sie ihn geleſen?“
Oſtrodumow nickte blos mit dem Kopfe. und was denn?“ „Was? werde bald fahren müſſen.“
Die Maſchurin nahm die Papiros aus dem Munde.
„Warum das? — dort ſoll ja Alles gut gehen?“
„Es geht ſeinen Gang. Es hat ſich aber dort ein
nicht zuverläſſiges Männchen eingeſchlichen. Nun und der muß abgeſetzt, vielleicht auch ganz beſeitigt werden.
Es giebt auch noch andere Geſchäfte. — Sie werden eben⸗
falls hinberufen⸗“


