Teil eines Werkes 
2. Theil (1839)
Entstehung
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jene Erle, unter welcher der wackere Geſelle ſich gerei⸗ nigt, ſeinen Anzug geordnet und dabei, wer weiß was für ein ſchönes Tempelchen in die Luft hinausgebaut hatte, ſollte noch am nämlichen Tage einem ganz andern Auftritt als ſtummer Zeuge dienen.

Ein blonder Jüngling, deſſen Kinnflaum noch keinem Meſſer die Schneide abſtumpfte, hatte ſich langſamen Schrittes dem äußerſten Rande des Raſenplatzes ge⸗ nähert. Da ſtand er ſtille und heftete das ſtarre Auge auf die vorübergleitenden Fluthen, gleich als wollte er mit ſeinen Blicken das Fiſchlein im unterſten Grund wie mit Harpunen durchbohren. Dann folgte ein Mo⸗ nolog, in welchem der Erlenbaum, wenn er auch nur einigermaßen beleſen war, ohne Zweifel ganze Perioden aus Werthers Leiden erkannt haben muß. Wollte dieſer ſtumme Lauſcher ſich dann die Mühe geben, die ab⸗ wechſelnd herdeklamirten und hergeſchluchzten Seelen⸗ jammerentladungsfragmente möglichſt zu ordnen und, ſoweit nöthig, zu ergänzen, ſo würde der langen Rede kurzer Sinn ſich ungefähr dahin herausgeſtellt haben, daß der zärtliche Schäfer liebte, wie ſeit Erſchaffung der Welt noch kein Sterblicher je geliebt hatte, noch auch ie wieder lieben werde; daß er die Unendlichkeit ſolcher