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der ſchonſten Frauenzimmertalente. Drum ward auch dieſes ihr unnütze Geräthe von der Finderin nicht verachtet; nur wußte ſie nicht gleich, wie es verſorgen, ohne Gefahr, etwa von einem zufälligen Beobachter wohl gar eines Charlotte⸗Cordaiſchen Vorhabens verdächtigt zu werden. Während ſie jetzt noch den Fund betrachtete und wohl⸗ gefällig mit erhobener Hand die ſchöne Klinge in der Sonne ſpiegelte, erſchien plötzlich zwiſchen dem blanken Stahl und dem allerliebſten Lockenköpfchen von hinten herüber eine bebrillte Naſe, und gleich darauf griff eine dürre Hand aus kurzem zimmetfarbenem Aermel nach dem gefundenen Prachtſtück. Das Mädchen wandte ſich um, und erkannte ſogleich den Schacherer aus der Judengaſſe.
„Mai — fragte neugierig der Sohn Israels und beguckte Heft und Klinge — mai, was will ah s'Jüng⸗ ferche mit ſo ner Mordwaffe? — J will er's abhandle 5 geb er, weils juſt Sie iſt, ſechs Groſchen. Da kann Sie a fein Bändel für kafen.“
Die hübſche Stickerin war's wohl zufrieden, das ihr unnütze Ding in klingende Münze umzuſetzen. Weil ſie jedoch gar wohl wußte, wen ſie vor ſich hatte, beſann ſie ſich nicht lange, gleich das Sechsfache dafür zu for⸗ dern. Der Jude erſchöpfte umſonſt ſeine ganze Schacher⸗
Tſcharner's Looſe. U. 13


