Teil eines Werkes 
4. Theil (1844) Der Marquis von Rio Santo / von von Sir Francis Trolopp ; uebersetzt von Dr. Ludwig Eichler
Entstehung
Einzelbild herunterladen

546

nete nicht darauf, gleich nachher zum zweiten Male einen

mächtigen Gegner anzugreifen, der nun auf ſeiner Hut war.

Zu warten verſtehen, iſt die Eigenthümlichkeit ſtarker Menſchen und Rio Santo hatte ſchon zwanzig Jahre ge⸗ wartet.

Und während dieſer zwanzig Jahre hatte er ſeinen An⸗ griff ſo berechnet, daß ohne den Verrath ſeines beſten Freun⸗ des Niemand im Stande geweſen wäre zu ſagen, welcher Theil der Engliſchen Verfaſſung, welcher Theil von England ſelbſt würde der Exploſion haben widerſtehen können.

Die Mine war noch nicht geſprengt; ſie blieb gefüllt und der Tag ſollte wiederkommen, wo man das Feuer daran legen könne.

Während der Marquis ſich ſo ſeinen Gedanken hingab, betrachtete Clary ihn mit Bewunderung; ſie regte ſich nicht und ging ganz in Wonne unter.

Sie kamen au die Grenze Schottlands. Hier hörten die von der Familie bereit gehaltenen Relais auf. Der Mar⸗ quis war genöthigt, wieder zu Pferde zu ſteigen und Clary hinter ſich zu nehmen.

Es war Anfang März, einer von jenen Tagen, wo der Winter und der Frühling um das ungewiſſe Wetter kämpfen. Die Sonne hatte ſchon in der Luft eine weiche Wärme ver⸗ breitet, der die Bäume frühzeitig ihre Augen geöffnet hatten und der Raſen richtete ſich wieder empor, zu neuem Wachs⸗ thum ſich vorzubereiten.

Die Nacht ſank hernieder, ihr ging ein lauer Abend⸗