Teil eines Werkes 
4. Theil (1844) Der Marquis von Rio Santo / von von Sir Francis Trolopp ; uebersetzt von Dr. Ludwig Eichler
Entstehung
Einzelbild herunterladen

30

dabei geſprochen wurde, die beiden Brüder wieder dahin ge⸗ langt, ſich mit den Augen zu meſſen, wie zwei Feinde, die eben im Begriffe ſind, ſich bei der Gurgel zu packen.

White⸗Manor brach zuerſt das Schweigen.

— Was wollen Sie von mir, mein Bruder? ſagte er mit ſüßlicher Stimme, welcher der Ausdruck ſeines Geſichtes energiſch widerſprach; — kommen Sie etwa, um die Fort⸗ ſchritte der Qualen zu beobachten, welche Sie mir zuziehen? — Ich bin ſehr krank, Brian, Sie müſſen zufrieden ſein.

— Mylord, antwortete Lancaſter, ſich verneigend, — ich wollte mich nach dem Zuſtande der Geſundheit Eurer Herr⸗ lichkeit erkundigen . . Es thut mir ſehr leid, Sie krank zu finden . . . Was die Beſchuldigung anbetrifft, welche Sie gegen mich vorbringen, daß ich die Urſache Ihres Leidens ſei, ſo glaube ich, Ew. Herrlichkeit thun Ihrem früheren luſtigen Leben Unrecht, und verleihen mir eine Macht, welche ich nicht habe .

— Die Viper, welche tödtet, Sir, iſt ſchwach und unbedeutend. Ein Kind kann ſie mit dem Fuße zertreten.

Brian zuckte nicht mit den Augenwimpern, und der Graf, der dieſe ſeinem gehäſſigen Zorne entſchlüpfte Rede bedauerte, ſtotterte verlegen:

— Ich wollte ſagen .. aber man hält ſich unter Brü⸗ dern nicht verpflichtet, ſeine Worte auf die Goldwage zu legen.

— Ich bin ganz Ihrer Anſicht, Mylord, ſagte Laneeſter