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Eine Seitenthür ging auf, der Graf von White⸗Manor erſchien geſtützt auf den Arm ſeines Haushofmeiſters Gilbert Paterſon.
Zwiſchen dem Grafen und ſeinem jüngern Bruder war ein großer Unterſchied des Alters. Das kräftige Temperament Brians und die Ausſchweifungen White⸗Manors hatten dieſen Abſtand noch vergrößert, ſo daß ſie gegenſeitig den ſtärkſten Kontraſt bildeten. In der That hatte Brian im
männlichen Alter noch jene jugendliche Grazie, jene elaſtiſche
Schmiegſamkeit der Gliede, jene ausdrucksvolle Erregſamkeit des Geſichtes bewahrt, welche das Eigenthum der jungen Leute ſind. Seine phyſiſche Natur war, wie ſeine moraliſche, ſo zu ſagen, jungfräulich und unangegriffen. Er war dem Ausſehen und der That nach jung, viel jünger als manche
Lords von zwanzig Jahren, welche vom harten Trabe eines 5 zig „ Pferdes bleich werden und mit Hülfe von Reizmitteln die ge⸗
ſchwächten Kräfte, ſo gut es geht, wieder anſtacheln. Er
war ſchön, ſtark und vollſäftig; hinter dem phlegmatiſchen
Anſehen, welches unſere Sitten allen Phyſiognomieen aufer⸗ legen, verbarg ſich ein Uebermaß von Verwegenheit, Liebe und Kraft. — White⸗Manor dagegen war ein Greis, be⸗ vor er noch die Grenzen des reifen Alters überſchritten. Sein von Natur egoiſtiſches Herz hatte ſich ganz zu Stein verhärtet, ſein früher robuſter Körper erlag unter dem Ge⸗ wichte einer frühzeitigen Erſchlaffung. Indeſſen glich er nicht
jenen ſchwächlichen Ruinen, deren Körper das Alter oder
Ausſchweifungen augenſcheinlich untergraben haben, und die


