licher ſie in ihrer reizenden Beſtürzung war, je ſchwerer wurde ihm um's Herz.
— Stephen! flüſterte er von ſich hin; — wo iſt denn dieſer Stephen, der ſie liebt und der ſie in den Händen ihrer Entführer lißt? ... O Thor, der ich bin, wie ich jetzt ſchon dieſen Menſchen haſſe! .. . Und konnte ich denn das nicht erwarten? .. Wie ſchön ſie iſt! .. .
Er hielt inne und ſeufzte laut:
— O Gott, wie würde ich ſie geliebt haben!
Anna indeſſen wurde beim Anblicke dieſes unbeweglich vor ihr ſtehenden Fremden immer furchtſamer, da er ſie mit einem Ausdrucke betrachtete, den ſie ſich nicht erklären konnte. Erſt zitterte ſie ein wenig, dann immer mehr, darauf traten ihr die hellen Thränen in die Augen, Seufzer hoben ihren Buſen, und ſie warf ſich entſetzt auf beide Kniee und ſagte:
— H, ich bitte Sie bitte, haben Sie Mitleid mit mir!
Bembo zuckte zuſammen, und ſeine Bewegung verwan⸗ delte ſich in ein anderes Gefühl. In der That, er hatte Mitleid mit ihr, jenes zarte, ſüße Mitleid, welches eine
Maske der Liebe iſt und auch die Augen eines Mannes mit
einer Thräne überraſchen kann.
— Ich werde ſie ihrem Stephen wiedergeben, dachte er, und ſein Herz wurde bis zur Schwäche weich; — ich werde ihn bitten, ſie glücklich zu machen wird er ſie ſo lieben wie ich? ..


