— Ich habe nur dieſe Nacht, ſagte Bembo, und ſie iſt ſchon weit vorgerückt . . . Armes ſüßes Kind! ich werde nicht ein Mal mich an dem Glücke ihrer Mutter erfreuen können, wenn ich ſie ihr wieder zuführe .
Eine halbe Stunde darauf öffnete ſich die Thür, durch welche der Fürſt Dimitri in Iriſh⸗Houſe eingetreten war, geräuſchlos und der Cavaliere Bembo ging leiſe über die Straße. — Zu dieſer Zeit ſchläft ſchon Alles in London und ſelbſt die Wagen ſind auf dem Pflaſter nicht mehr hör⸗ bar. Nichts ſtörte die tiefe nächtliche Stille. — Bembo maß mit dem Auge den Abſtand des Fenſters, in welchem er Anna's Licht brennen ſah, bis herab zu ihm, und ver⸗ ſuchte auf den Balkon eine ſeidene Strickleiter hinauf zu werfen, die er mitgebracht hatte, ein Andenken noch aus ſei⸗ ner abenteuerlichen ſorgloſen Jugend.
Er konnte damit nicht zu Stande kommen.
Glücklicherweiſe war er gewandt und wußte ſich zu hel⸗ fen: er ſtemmte ſeinen Dolch zwiſchen die Fugen der Steine ein und bediente ſich deſſelben als Tritt. Mit Hülfe dieſes Mittels und der Mauervorſprünge, gelang es ihm endlich, mit der Hand den Balkon zu erreichen.
Als er ſich erſt auf den Balkon geſchwungen, knüpfte er ſeine Leiter feſt an zwei Eiſenſtangen; denn ſie mußte beim Hinabſteigen zwei Perſonen tragen.
Anna wachte plötzlich auf, denn Bembo hatte mit ſei⸗ ner, durch ein darum gewickeltes Schnupftuch, geſchützen
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