447
von Rio Santo entgegengeſetzte Meinung durchfechten konnte. Er war im Rathe eine Macht, obgleich im Grunde ein un⸗ bedeutender Menſch. Nichtsdeſtoweniger überſchritt ſeine Oppo⸗ ſition niemals gewiſſe Grenzen, weil er wahrſcheinlich gute Gründe hatte zu glauben, daß Maſter Edward in hohen Regionen ſo gut Beſcheid wußte, daß er im Stande geweſen wäre, den ehrenwerthen Boyne Esg. abzuſetzen.
Und darin ließ er ſich Gerechtigkeit widerfahren; er wußte, daß mit demſelben Tage, wo er ſeine Funktion auf der Polizei verlöre, auch ſein Einfluß gebrochen ſein würde.
Neben dem Beamten langweilte ſich ein Lord.
Ein Lord? — Mein Gott ja, ein veritabler Lord, der die Grafenkrone über ſeinem normänniſchen Wappen führte und ſeine Familienbeweiſe bis vor die Eroberung zu⸗ rückführen konnte, der Enkel eines Begleiters von Wilhelm dem Eroberer, das Haupt einer Familie, welche wie die Herzöge von Portland im Wappen die Deviſe führt: craigne⸗ honte.
Was iſt dabei weiter zu erſtaunen? Man hat einen ritterlichen Namen und ein ſchönes Vermögen, aber einen ſchwachen, wenn nicht von vorn herein laſterhaften Charakter. Man ſieht um ſich herum nichts als Lords, welche bis an den Hals in unendliche, unſinnige, ſtumpfmachende Schwel⸗ gereien verſunken ſind. — Man glaubt das Recht zu haben, es eben ſo zu machen und wirft ſich blindlings in ein Leben voll Duelle, Schulden und Entführungen hinein. Das Gold fließt in Strömen, dann erſchöpft es ſich und fehlt endlich ganz.


