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blendeten. Auf den Sophas ſah man koſtbare Stoffe zu Kleidern, auf der Toilette Juwelen von hohem Werthe.
Aber die arme Anna warf auf alle dieſe Sachen nur verzweifelte Blicke; ſie hatte Furcht. Die Frauen, welche ſie bedienten, erregten ihr Schrecken und wenn dieſe Frauen abweſend waren, fürchtete ſie in ihrer Einſamkeit ſich noch mehr.
Seit zwei Tagen hatte ſie bei den Gedanken an Clary und Stephen viel geweint; im übrigen war ihr unbekannt, zu welchem Zwecke man ſie entführt habe. Niemand an⸗ ders als die beiden Dienerinnen waren in ihr Zimmer ge⸗ kommen.
Nachts wagte ſie nicht, ſich in das große Bett mit Säulen von Bildhauerarbeit zu legen, deſſen Hinterwand von einem Spiegel eingenommen war, in welchem ſie ihr eigenes Bild, als das furchtſame Kind ſich ihm zum erſtenmale nã⸗ herte, erſchreckt ſelbſt ſah. Jener koſtbare Inſtinkt der Vertheidigung, welchen die Natur den Weibern ins Herz legt, lehrte ſie, daß ſie ſitzend der unbekannten Gefahr, welche ihr drohe, weniger ausgeſetzt ſei.
Sie ſchlief auf dem Seſſel, wo Bembo ſie bemerkt hatte, das war ihr Lager.
Wie lang erſchienen ihr die Nächte. Sie ſchrak beim eringſten Geräuſch des Windes empor; dann glaubte ſie
eder beim flackernden Scheine der Lampe das Getäfel ſich gſam bewegen zu ſehen, die verſchloſſenen Thüren drehten
in ihren Angeln, und die Vorhänge des Bettes ſchienen . 3


