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keit anzunehmen. Bembo zuckte mit den Achſeln und kehrte in den Schatten ſeines Corridors zurück.
Wir wiſſen nicht recht, wie es geſchah, aber nach drei Minuten ſtand Bembo wieder am Fenſter und betrachtete die Schläferin mit allen. ſeinen Blicken. Jetzt dachte er nicht mehr an jenes Vielleicht; es gab kein Vielleicht mehr für ihn;
Bembo, der ſich eben noch vorgeworfen hatte, daß er ge⸗
zweifelt, war jetzt voller Gewißheit und dieſe Gewißheit war ganz zu Gunſten der Schläferin. Er würde für ſie Lanzen gebrochen haben; er hätte bei ihrem Haupte ſchwören können. Weshalb? Er wußte es nicht. Bembo war ſehr jung.
Diejenigen, welche den Cavaliere Angelo Bembo zu bemitleiden verſucht ſein möchten, werden gebeten, ihr Beileid bis auf eine beſſere Gelegenheit zu erſparen. Die Schläferin ſchien in ihrem Schlafe beunruhigt. Zwei⸗ oder dreimal ſtreckte ſie ihre beiden kleinen Hände von reizender Form vor ſich aus, als wollte ſie einen unſichtbaren Feind von ſich abwehren. — Vielleicht waren es die auf ihr Ge⸗ ſicht fallenden Strahlen der Sonne, welche ſie beunruhigten und dennoch konnte man ſelbſt aus dieſer Entfernung auf ihren ſchönen bleichen Zügen einen Ausdruck von Ermüdung und Angſt wahrnehmen.
Angelo dachte daran, daß junge Mädchen mitunter ge⸗ waltſam ihren Eltern entriſſen und für Gold verdorbenen Wüſtlingen überliefert worden.
Die Schläferin indeß bewegte fich einige Sekunden lang, darauf erwachte ſie plötzich. Als ihre Angenlider


