Teil eines Werkes 
3. Theil (1844) Die große Familie / von von Sir Francis Trolopp ; uebersetzt von Dr. Ludwig Eichler
Entstehung
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und trug den Anzug der Miſſes aus der Gentry zur Zeit unſerer letzten Kämpfe gegen Frankreich.

Das Coſtüm von 1815, ſo ungraziös an ſich und un⸗ kleidſam für gewöhnliche Weiber es iſt, wie man aus vielen Portraits jener Zeit ſehen kann, hat nichtsdeſtoweniger etwas Jungfräuliches und Naives, was den jungen, lachenden, lieb⸗ lichen Schönheiten gut ſteht, deren Kinderſtirn von einer faſt religiöſen Einfachheit geſchmückt iſt; dieſe kurzen gelockten Haare, das kurze Leibchen ohne Falten, welches den Buſen hervorhebt und ſich an ein Kleid anſchließt, welches ohne Falten iſt, paßt ſchlecht zu großen Zügen und macht jene königlichen Geſichter lächerlich, welche den Atlasglanz der Scheitel und die ſpielenden Refleue der Flechten nöthig haben oder jene langen Maſſen von elaſtiſchen Locken, zu welchen

blos der reichbegabte Haarwuchs unſerer Damen genügt und

die man daher auf dem Continent Anglaiſen nennt. Zu dieſen Geſichtern bedarf es auch noch der breiten Falten einer kunſtgerecht geſchnittenen Robe, ſeit die kargen Linien der an⸗ tiken Draperie nicht mehr Mode ſind.

Das ſchöne Mädchen im Bilde müßte in unſerem mo⸗ dernen Coſtüme noch ſchöner geweſen ſein, aber ihre Toilette von 1815 ſtand ihr gut. Ihr Haar von hellem, faſt unbe⸗ ſtimmten Braun lockte ſich leicht und faſt durchſichtig auf der ſchönſten Stirn, die man nur ſehen kann. Ihr Auge, ihr Mund und ihr Lächeln waren die eines Kindes; aber eines Kindes, über welches der erſte Hauch der Liebestriume hinweggeht und das als Weib zu erwachen im Begriff ſteht.

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