1 . 3
30
entgegen. Jetzt hatte ſie keine Ruhe, keine Ergebung mehr; — ſie hatte nichts mehr als Thränen und den Schrei eines un⸗ endlichen Schmerzes.
Kraftlos wand ſich das arme Mädchen auf dem feuchten Staube des Bodens, herzzerreißende Laute entfuhren ihrer
beklemmten Bruſt. Sie litt ſo, wie unſere ſchwache Natur
nicht zweimal im Leben zu leiden geſtattet.
Anna lächelte noch immer ihrem Traume zu und mur⸗ melte in Zwiſchenräumen Worte des ſüßeſten Glückes.
Mrs. Gruff indeſſen, welche fürchtete, daß Clary's Klagen dem Laird zu Ohren kommen könnten, ſprang leicht die Treppe hinab und gab ihren Manne ein Zeichen, ſich augenblicklich ihr zu nähern.
— Nimm Deine Violine, ſagte ſie zu ihm.
— Meine Violine, liebe Freundin? wiederholte Gruff erſtaunt. . — Schweig ſtill! . . Nimm Deine Violine, ſage ich Dir.
Ein anhaltendes Geſchrei ließ ſich oben von der Treppe herab hören. — Mr. Gruff begriff jetzt die Sache.
Er langte von der Wand eine ſtaubige Violine herab,
auf der eine Seite fehlte, und beſtrich den Bogen mit Colo⸗
phonium. — Es ſchien mir, als hörte ich ein Geſchrei, ſagte Angus Mac⸗Farlane, indem er aus ſeiner düſtern Träumerei
auffuhr. — Noch ein wenig Geduld, Ew. Ehren, antwortete


