Teil eines Werkes 
2. Theil (1844) Die Tochter des Gehenkten / von von Sir Francis Trolopp ; uebersetzt von Dr. Ludwig Eichler
Entstehung
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ſie mit ihrer Schweſter in einein unbekannten Wirthshauſe ſich befand, wohin ſie ein ihr jetzt ſehr verdächtig vorkom⸗ mender Menſch geführt hatte; aber die Furcht konnte nicht lange die edle Natur unterjochen und Clary beſiegte ſie bald. Ein Blick, den ſie auf ihre junge Schweſter warf, war für ſie genügend zu dieſer Umwandlung. Die arme Anna, von ihrer unbeſtimmten Angſt ganz außer ſich gebracht, hatte ihr hübſches Köpfchen auf die Hand geneigt und ſchien nahe daran, ohnmächtig zu werden.

Clary ergriff ihre kalte Hand und nahm ſie zwiſchen die ihrigen.

— Möchte man nicht meinen, daß wir in einer Räu⸗ berhöhle ſind, flüſterte ſie; — ich habe blos ſehen wollen, ob Du jetzt muthiger biſt, als ſonſt, Anna ... beruhige Dich. Wir ſind hier eben ſo ſicher, als in unſerem Hauſe... o wie würde Stephen lachen, wenn er Dich ſo zittern ſähe.

Anna hob den Kopf, ſie glaubte, daß Clary keine Furcht mehr habe und das gab ihr plötzlich allen ihren Muth wieder.

— Du biſt ganz kalt, hob Clary wieder an, wollen wir unterdeſſen immer zu Mittag eſſen?

— Kannſt Du denn hier Bunger haben, fragte Anna voller Bewunderung; — mir liegt es noch wie ein Gewicht auf dem Herzen . .. wenn ich nur ein wenig Waſſer haben könnte.

Ihre blaſſen Wangen belebten ſich und ihr kleiner Mund nahm einen neckiſchen Ausdruck an.

— Was ſpreche ich denn vos Waſſer, rief ſie aus und