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Feder-Proben : eine Sammlung kleiner Erzählungen und Novellen / von J.W. Lembert
Entstehung
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ſchiedene Vorkehrungen zu treffen, ausgefahren war und wieder nach Hauſe kehrte, meldete man ihm, daß ein Fremder ihn zu ſprechen wünſche. Ohne Verzug ließ ihn Pedro kommen, und es trat ein bildſchöner, ungefähr zwanzigjähriger Jüngling herein, ihm, nach einer kurzen Begrü⸗ ßung, einen Brief überreichend. — Kaum hatte Pedro den Brief erbrochen und einen Blick auf die Unterſchrift geworfen, als er freudig ausrief: „Von Don Luis d' Alavar, von meinem Her⸗ zensfreunde! Was macht er? Wie lebt er?“

„Er iſt todt!“ entgegnete der Jüngling, und eine Thräne füllte ſein ſchönes Auge.

„Todt?!“ ſchrie Pedro: „wie iſt das mög⸗ lich? Jünger als ich, hat ihn das Schickſal“ —

„Abgrufen in eine beſſere Welt, an die Sei⸗ te meiner guten Mutter!“ unterbrach ihn Alon⸗ zo, ſo hieß der Jüngling, und ſeine Thränen floſ⸗ ſen häufiger.

Auch Pedro's Auge blieb nicht trocken, denn er hatte einen wahren Freund verloren, einen Freund, der zwey Mahl das Leben wagte, als Ge⸗ fahr dem ſeinigen drohte. — Endlich fand er ſo viel Faſſung, um den Brief zu leſen, der Folgen⸗ des enthielt:

„Herzens Freund! „Mein Stündlein hat geſchlagen, bald ſtehe