gen laſſen, wo ihr die Luſt wohl vergehen ſoll, ihr Retz nach dir auszuwerfen. — Mit dieſen Wor⸗ ten entfernte ſich der Erzürnte.
Eduard kannte ſeinen Onkel und ſeine Gewalt, er wußte, daß man ihn aufs Empfindlichſte belei⸗ digte, wenn man ſeinem Willen widerſtrebte, er zitterte für die Geliebte, und faßte, von Ver⸗ zweiflung geſpornt, den Entſchluß, einen entſchei⸗ denden Schritt zu wagen.
Er bekannte ſeinem Onkel in einem Briefe ſei⸗ ne Liebe zu Julien; und erklärte, daß nichts auf der Welt ihn vermögen werde, ſeine Hand einer Andern zu reichen, daß er Vermögen-und Fami⸗ lien⸗Verhältniſſe nicht achten und der Gewalt bis zu ſeinem letzten Hauche trotzen werde. — Der Miniſter war ein viel zu gewandter Höfling, um öffentlich mit dem Feuerkopfe eines Verliebten an⸗ zubinden, es ſtanden ihm ja noch der Mittel meh⸗ rere zu Gebothe, die ohne Aufſehen zum erwünſch⸗ ten Ziele führten. Er erwähnte der Heirath mit keinem Worte mehr, ließ ſich aber durch ſeine Spione genau erkundigen, und baute auf die Nachrichten, welche ihm hinterbracht wurden, ſeinen Plan.
Eduard, von der verſtellten Freundlichkeit ſeines Onkels getäuſcht, vergaß das Vergangene und lebte beglückt durch Juliens Liebe wie vorher.


