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Feder-Proben : eine Sammlung kleiner Erzählungen und Novellen / von J.W. Lembert
Entstehung
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ſprach er zu dem Erſtaunten, es wird Zeit, daß du dich firirſt. Der Mann von Kopf wählt jedoch mit gehöriger Porſicht, und da Vorſicht, wie du aus Erfahrung wiſſen wirſt, eben nicht die größte Tugend junger Männer iſt, ſo habe ich dir die Mühe erſpart, und für dich gewählt. Du wirſt hoffentlich mit meiner Wahl zufrieden ſeyn, denn es iſt eine Parthie, gegen die Riemand etwas ein⸗ zuwenden haben kann. Adel, Reichthun, Conne⸗ rion, Jugend, kurz, Alles, was ſich ein junger Mann wünſchen kann, der ſein Glück bey Hofe machen will. Ich darf dir nur den Nahmen nen⸗ nen, um jeden Zweifel zu heben. Es iſt die junge Gräfin R***.

Eduard (beſtürzt). Wie, theurer Onkel, ich ſollte — 7

Miniſter. Morgen früh um 10 Uhr bey ihr vorfahren, ſie dann täglich beſuchen, und nach vier Wochen um ihre Hand anhalten. Es iſt Alles eingeleitet, du haſt keinen Korb zu befürchten.

Eduard. (ſich vergeſſend). Nimmermehr!

Miniſter. (beleidigt). Was war das? — Ich will nicht hoffen —

Eduard. (hat ſich indeſſen geſammelt.). Ver⸗ zeihen Sie, gnädiger Herr Onkel, ich — ich fühle noch keine Reigung zum Eheſtande.

Miniſter. Keine Reigung, in de'nen Jah⸗