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Feder-Proben : eine Sammlung kleiner Erzählungen und Novellen / von J.W. Lembert
Entstehung
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lie erwachte von der Hitze und dem Dampf, ſie verſuchte ſich zu retten, ſank aber betäubt in der Ecke nieder, wo ſie der Graf dem Erſticken nahe fand.

Eduard hatte ſich bald wieder erhohlt, mit der zärtlichſten Sorgfalt war er bemüht, die noch immer Ohnmächtige in's Leben zurück zu bringen, endlich ſchlug ſie die Augen auf, und ſtarrte be⸗ fremdet den Grafen an, der ihr Haupt in ſeinen Armen hielt; als man ihr aber erzählte, mit wel⸗ cher Aufopferung er ſie der Gefahr entriſſen habe, da verkündete ein zärtlicher Blick und ein ſanfter Druck der Hand dem Seligen das nahe Glück der Liebe.

Das Feuer war indeſſen gelöſcht worden, der Schade war nicht bedeutend, Julie konnte in den noch unverſehrten Theil ihrer Wohnung zurückkeh⸗ ren. Eduard begleitete ſie dahin, und erhielt beym Abſchied, nebſt einer warmen Dankſagung, die erflehte Erlaubniß, ſich morgen wieder nach ih⸗ rem Befinden erkundigen zu dürfen.

Dieſe Nacht hatte über Juliens Schickfal ent⸗ ſchieden. Dahin waren ihre Entſchlüſſe, ihre Grundſätze, ihr Herz hatte die Feſſeln, unter de⸗ nen es bisher ſeufzte, zerſprengt und verlangte ſeine Rechte, unbekümmert um die Meinung der Welt und die Einwürfe des mißbilligenden Verſtandes.