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Feder-Proben : eine Sammlung kleiner Erzählungen und Novellen / von J.W. Lembert
Entstehung
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ſchon vorüber war. Selig in dem Bewußtſehn, der Geliebten wieder nahe zu ſeyn, ſtand er, nach ihrem Fenſter ſtarrend, da, in der Hoffnung die Geliebte ſelbſt, oder wenigſtens ihren Schatten zu erblicken. Da ward es immer heller in der Stube, das kam ihm ſeltſam vor, als er aber die zerſprun⸗ genen Fenſter klirren, die Gardinen hell auflodern ſah, da ward ihm das furchtbare Räthſel klar. Wie ein Raſender ſtürmte er gegen das verſchloſſe⸗ ne Hausthor. Das morſche Holz wich der Kraft des Starken, die Thüre ſtürzte ein und Eduard die Treppe hinauf zu Juliens Zimmer. Rauch und Dampf quoll ihm entgegen. Er erbrach den Ein⸗ gang, aus dem ihm die Flamme entgegen ſchlug, er achtete das verſengende Feuer nicht, und ſprang muthig in das Gemach. Ein leiſes Röcheln erſcholl aus einer Ecke, er ging darauf zu, taſtete um ſich, fühlte einen weiblichen Körper, ergriff ihn mit ſtarkem Arme und trug ihn durch Rauch und Flam⸗ men in's Freye, wo er betäubt mit der ſüßen Laſt niederſank. Julie hatte die üble Gewohnheit, des Nachts im Bette zu leſen. Sie hatte an jenem Abend eine angreifende Rolle geſpielt, deßhalb ſchlief ſie, was ihr bisher noch nicht geſchehen war, unter dem Leſen ein, das abgebrannte Licht ergriff die Gar⸗ dinen des Bettes, die Flamme ſchlug empor, Ju⸗