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Mit welchem Glücke ſie die neue Laufbahn betreten, wiſſen wir bereits aus dem Anfange dieſer Erzählung.
Julie hatte eine Jugendfreundinn, welche ſich vor einigen Jahren mit einem jungen Menſchen verheirathete, der früher der zärtlichſte Liebhaber, ſpäter aber der unerträglichſte Haustyrann ward. Das beklagenswerthe Los der Freundinn machte Julien Hymens Bande verhaßt. Sie beſchloß, die läſtigen Ketten auf immer zu fliehen, und als ein freyes, ſelbſtſtändiges Weſen bloß der Kunſt zu leben; deßhalb vermied ſie den Umgang mit Män⸗ nern, um ihr Herz vor den Gefahren der Verſu⸗ chung zu bewahren. Viele bewarben ſich um ihre Gunſt und ihre Hand, da aber ihr Scharfblick hinter den ſchön übertünchten Larven bald den ſchmutzigſten Eigennutz oder die roheſte Sinnlich⸗ keit entdeckte, ſo blieb die Ruhe ihres Herzens un⸗ gefährtet. Der ſchöne Graf L*** von dem jeder weibliche Mund der Reſidenz mit Entzücken ſprach, war der erſte Mann, der dieſe Ruhe bedrohte.
Die Art, wie er ſeinen Fehler wieder gut zu machen ſuchte, und ſein nachheriges anſtändiges Vetragen intereſſirten ſie, die großmüthige Auf⸗ opferung, mit welcher er für ihre Ehre in die Schranken trat, die Wunde, die er für ſie erhielt, die Strafe, die er ihrentwegen erdulden mußte,


