ſchönen Sängerinn auf einem vertrauten Fuß ſtehe. Entrüſtet ſprang Eduard auf und nannte den Prah⸗ ler laut einen unwürdigen Verleumder. Es ent⸗ ſtand ein heftiger Wortwechſel, der mit einer For⸗ derung ſchloß.
Am folgenden Morgen fand der Zweykampf Statt. Wuth und Durſt nach Rache, machten, daß Eduard, der ſonſt ein geübter Fechter war, ſeine Kunſt vergaß und von ſeinem Gegner eine tiefe Wunde am Arm erhielt. Da der Streit und die darauf erfolgte Forderung öffentlich im Theater geſchahen, ſo blieb der Zweykampf natürlich nicht verſchwiegen. Auch Julie erhielt davon und von der Verwundung des Grafen Rachricht. Gerührt ſchrieb ſie an Eduard nachſtehendes Billet:
„Herr Graf! Tief hat mich der Edelmuth ge⸗ „rührt, mit welchem Sie ſich zum Vertheidiger der „verleumdeten Unſchuld aufwarfen, aber eben ſo „ſehr ſchmerzt es mich auch, daß ich die unſchuldi⸗ „ge Urſache der Unannehmlichkeit bin, die Ihnen „aus dieſem Ritterdienſte erwuchs. Möge die Er⸗ „klärung, daß Sie ſich durch dieſe edle That voll⸗ „kommen in meinen Augen gerechtfertiget haben „und die Bitte um Verzeihung für meine früheren „harten Aeußerungen Ihnen einigen Erſab ge⸗ „währen.“
Julie B —


