liebe erſtarren. Dieſem verlorenen Geſchlechte gehoͤrte ich an. Lange hatte meiner Eltern harte Behandlung und ihr Losſagen von mir an meinem Herzen genagt, bis jahrelange Abweſenheit, während welcher Koͤrper und Geiſt ſich ausbildeten, mich lehrte, daß es die ſchimpflichſte Sklaverei iſt, unſere Frei⸗ heit denen zu unterwerfen, die wir weder achten, noch lieben koͤnnen. Mein natuͤrlicher Stolz trieb mich an, dieſe Feßel der Knecht⸗ ſchaft abzuſchutteln. Das that ich, denn die Buͤrde der Sklaverei konnte ich nicht ertra⸗ gen; aber frohen Muthes lud ich mir die ſchwerſte Kette auf, welche der Freiheit Feinde nur aufbuͤrden konnten. Mit erhabener Stirn ging ich einher. Ganz allein widerſtand ich einem Schickſale, das Tauſende Anderer uͤber⸗ waͤltigt haben wuͤrde; freilich ward ich oft beſiegt, aber ſtets habe ich im Verlieren noch gewonnen. In dieſem harten Kampfe genoß ich wenig andere Erquickung, als die, welche meinem eigenen Herzen entquoll. Waͤre ich mir ſelber nicht treu geblieben, ſo wuͤrde mich die Verworfenheit Anderer zum Daͤmon gemacht haben. Schon im erſten Anbeginn meiner Freiheit gewannich, was weder Rang, noch Reichthum zu erkaufen vermoͤgen, die Freundſchaft wahrhaft edler Gemuͤther, und
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