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Sie kruͤmmte ſich lange Zeit in furchtbarer Qual und der Schmerz ſchien ihr die Beſin⸗ nung wiedergegeben zu haben. Ehe noch der
WMorgen voͤllig anbrach, hatten die krampf⸗
haften Zuckungen geendet. Sie hatte eine zu fruͤhe Niederkunft uͤberſtanden und ein todtes Kind zur Welt gebracht. Aber ich war gluck⸗ lich, denn ſie lebte. Ich zwang ſie, ein recht ſtarkes heißes Getränk von Branntwein und Waßer zu nehmen, darauf fiel ſie in tie⸗ fen ruhigen Schlaf. Ihre bis dahin eiskalte, todtenbleiche Stirn wurde warm und feuchtete
ſich; in dieſem Zuſtande ſah ſie ſo unbeſchreib⸗
lich reizend aus, daß ich, wie vom Zauber feſtgebannt, ſie betrachten mußte, waͤhrend mein Herz noch ängſtlich bei dem Gedanken klopfte, wie nahe ich daran geweſen, ſie zu verlieren, und fuͤr mich ſelber den Entſchluß faßte, ſie von nun an mit zehnfach vermehr⸗ ter Sorgfalt zu behandeln.
Weil ich befuͤrchtete, daß ſie im Erwachen den Tod der alten Kamalia erfahre, vielleicht deren Leiche ſehen moͤgte, ſo ging ich nach der Stelle, an welcher das treue, gute, alte Geſchoͤpf lag. Ich beleuchtete ihr Geſicht mit der Laterne, es war kein Wechſel darauf zu erblicken; eine Mumie aus Cleopatra's Zeit⸗


