— 389 —
ſolcher Gewalt zu Boden, daß ſie nie wieder aufſtand, ſondern wie eine zertretene Kroͤte zappelnd da lag, ihr ſchwacher Lebensfunke erloſch, ohne daß ſie nur ein Achzen hervor⸗ ſtoͤhnte.
Dieſer Auftritt zeigte meinen Augen das Bild der ſcheußlichſten Grauſamkeit in ihrer allerteufliſchſten Geſtalt, und erfuͤllte mich mit Abſcheu und Mitleid. Einem Araber befahl ich, den Vater loszubinden, der, ohne ſich zu bewegen, mich beobachtete, als ich hinzu⸗ trat, die Tochter zu befreien. Er ſchien durch⸗ aus unbekuͤmmert fuͤr ſich ſelber, aber doch im Zweifel uͤber das, was er thun ſolle, weil er Argwohn gegen meine Abſicht faßte. Ver⸗ gebens bemuͤhete er ſich, aufrecht zu ſizen, denn der Boden war glitſchig von ſeinem ei⸗ genen Blute. Ich ſah ſeine Furcht, und um dieſe zu verſcheuchen, half ich ihn ſogleich in eine ſizende Stellung, und zog meine Krieſe aus dem Guͤrtel. Ergrimmt funkelte ſein Auge. Da gab ich ihm die Waffe in die Hand und ſagte: »Wir ſind Freunde, Va⸗ ter! fuͤrchte nichts!« Er bemuͤhete ſich zu ſprechen, aber Blut entſtroͤmte ſeinem Mun⸗ de, und ſeine Worte erſtarben ihm auf den Lippen.


