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Von einer ſüßen Ahnung durchzittert, flog Herrmann auf des Malers Stube. Ein Gemälde ſtand auf dem Tiſche, an die Wand gelehnt, — es war Stephanien's Bildniß als Madonne, mit dem göttlichen Knaben auf dem Schooße. Er war außer ſich vor Freude; aber bald wandelte ihn eine heilige Scheu an. Die Glorie um das jungfräu⸗ liche Haupt zeigte ihm eine Heilige, wie durfte er ſich ihr nähern mit der irdiſchen Liebe in ſeinem Herzen? — „Ja, Stephanie ſoll mir auch immer heilig bleiben; ich will ihr huldigen als dem guten Engel, der mich durch's Leben leitet.“ — Das war Herr⸗ mann's Geliebte. —
8 Er nahm das Bild, drückte es an die freudetrunkene Bruſt, und trug es feierlich, wie eine Reliquie, ſeinem Gemache zu; da begegnete ihm Stephanie auf dem Gange. „Was haſt Du hier, Herrmann?“ flötete das wunderliebliche Mädchen. — „Ein An⸗ denken von dem gütigen Maler,“ ſprach Herr⸗ wann, und ein Leben flog durch ſeine Glie⸗


